Nordelbische Kirche : Frau in Kirche missbraucht? Ermittlungen gegen Pastor

Das Kirchenamt hat einen Pastor der St. Petri-Gemeinde in Altona suspendiert, weil dieser eine betrunkene Kirchenvorsteherin (32) sexuell missbraucht haben soll.

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09. Januar 2011, 02:09 Uhr

Hamburg | In der Nordelbischen Kirche droht ein Sex-Skandal. Das Kirchenamt hat einen Pastor der St. Petri-Gemeinde in Hamburg-Altona vom Dienst suspendiert, weil dieser eine betrunkene Kirchenvorsteherin (32) sexuell missbraucht haben soll. Die Frau beschuldigt den 49-Jährigen laut "Bild", sich zwischen den Kirchenbänken an ihr vergangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichen Missbrauchs Widerstandsunfähiger. Der Pastor war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Laut "Bild" ereignete sich der Vorfall am Buß- und Bettag, dem 17. November 2010. Die ehrenamtlich tätige Kirchenvorständlerin sagte der Zeitung, im Anschluss an den Abend-Gottesdienst habe es in der Kirche noch "Rotwein und Knabberzeug" gegeben. Gegen Mitternacht sei sie mit dem Mann allein in der Kirche gewesen. "Ich wollte nach Hause, doch dann ging es mir schlecht. Ich konnte nicht mehr stehen, mir war übel, schwindelig", berichtete sie dem Blatt.
Den weiteren Verlauf schilderte die 32-Jährige in dem Bericht wie folgt: Als ihr schwarz vor Augen wurde, habe sie sich auf eine Kirchenbank gesetzt. "Seine Nase war plötzlich vor meinem Gesicht. Dann fummelte jemand an meiner Hose herum. Später hörte ich Stöhnen." An mehr könne sie sich nicht erinnern. Am nächsten Morgen will die Frau zwischen den Sitzbänken auf dem Boden aufgewacht sein. "Hose und Slip fehlten. Meine Beine waren mit dem Talar des Pastors bedeckt. Er lag hinter mir." Die 32-Jährige meldete den Vorfall dem Propst. Der informierte das Kirchenamt und die Staatsanwaltschaft. Auf der Homepage der Gemeinde heißt es: "Leider endete das Jahr mit einem Paukenschlag. Zwei Tage vor Weihnachten wurde unser Pastor vom Dienst in unserer Gemeinde freigestellt." Ein Sprecher Nordelbiens bestätigte, dass der verheiratete Familienvater wegen Amtspflichtverletzung vom Dienst entbunden worden sei. Ein kirchliches Disziplinarverfahren sei aufgenommen worden.

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