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Hamburger Hafen : Flüssiggas-Barge für Kreuzfahrtschiffe heißt „Hummel“

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77 Meter lang, elf Meter breit und 7,5 Megawatt Leistung: Die LNG-Barge im Hamburger Hafen wird in Betrieb genommen.

Hamburg | Das erste schwimmende Flüssiggas-Kraftwerk in einem deutschen Hafen ist am Samstag in Hamburg im Rahmen einer Feierstunde auf den Namen „Hummel“ getauft worden. Die LNG-Barge der Firma Becker Marine Systems besitzt keinen eigenen Antrieb und muss deshalb von einem anderen Schiff geschoben oder gezogen werden. Dennoch handelt es sich um ein vollwertiges Seeschiff, das auch im Schiffsregister eingetragen ist und die deutsche Flagge führt.

Die knapp 77 Meter lange und mehr als 11 Meter breite Barge ist mit fünf Generatoren ausgestattet, die insgesamt eine Leistung von 7,5 Megawatt erzeugen. Damit sollen in der nächsten Saison die „Aida“-Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen mit Energie versorgt werden. Bei der Taufzeremonie wurde erstmals eine Steckverbindung zwischen der Barge und dem Kreuzfahrtschiff „Aidasol“ hergestellt, das zum letzten Mal in diesem Jahr den Hamburger Hafen angelaufen hatte.

Das Pilotprojekt sei „ein Zeichen, für den Umwelt- und Klimaschutz, nicht nur für die Hansestadt Hamburg, sondern für die gesamte maritime Industrie“, sagte AIDA-Präsident Michael Ungerer. „Die LNG Hybrid Barge wird dazu beitragen, dass die Luft in Hamburg deutlich sauberer wird“, erklärten die Geschäftsführer von Becker Marine Systems, Dirk Lehmann und Henning Kuhlmann. Die „Aida“-Kreuzfahrtschiffe können in der nächsten Saison ihre Dieselgeneratoren im Hafen abschalten und ihren Strom aus umweltfreundlichem Flüssiggas (LNG) beziehen. LNG verursacht keine Schwefeloxide oder Rußpartikel; der Ausstoß von Stickoxiden und CO2 wird deutlich verringert. Das Konzept ist nicht nur für Seehäfen interessant, sondern kann auch auf Flüssen eingesetzt werden, zum Beispiel an Wasserbaustellen oder Häfen. Im kommenden Jahr soll in Hamburg zudem eine Landstromversorgung für Kreuzzfahrtschiffe fertiggestellt werden.

Die Naturschutzorganisation Nabu Hamburg begrüßte das Projekt der „Aida“-Reederei und der Betreiberfirma Becker Marine Systems. „Das Barge-System ist ein guter Baustein, um die mäßige Luftqualität zu verbessern“, sagte Malte Siegert vom Nabu. „Eine Lösung der Probleme ist eine LNG-Barge aber nicht.“ Zum einen sei auch Flüssiggas ein fossiler Brennstoff und tauge deswegen allenfalls als Brückentechnologie. Zum anderen müssten die Schiffe bei der Abreise ihre Motoren hochfahren und somit würden sofort große Mengen schädlicher Abgase ausgestoßen. Deswegen müssten alle Schiffe, auch Handelsschiffe, neben einem Landstromanschluss zwingend Katalysatoren und vor allem einen Rußpartikelfilter haben.

Die LNG-Barge sei ein wichtiger Beitrag der Schifffahrt zur Senkung der Umweltbelastung im Hafen, erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR). Damit sich Flüssiggas auch als Schiffsbrennstoff durchsetzen könne, brauche man aber genug Tankstellen und eine Förderung für die zusätzlichen Investitionen an Bord, sagte VDR-Präsidiumsmitglied Ralf Nagel laut Mitteilung.

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erstellt am 18.Okt.2014 | 13:00 Uhr

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