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Hamburger Filmfest : Fest der aufregenden Augenblicke

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Revolutionäre, Callgirls und Vampire: Das 21. Hamburger Filmfest verspricht Spannung und Vielfalt – insgesamt werden von morgen bis zum 5. Oktober 140 Filme gezeigt.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 09:55 Uhr

Hamburg | Zehn Tage, zehn Leinwände, 40.000 Kinofans: Das Hamburger Filmfest ist eine feste Größe im Kalender norddeutscher Cineasten. 140 nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme als Uraufführung, Europapremiere oder deutsche Erstaufführung sind bei der 21. Auflage in den sechs Festivalkinos zu sehen. Nach thematischen Schwerpunkten geordnete Sektionen sorgen für Vielfalt auf der Leinwand.

So versteht sich die Rubrik „Wort!“ als Schnittmenge von Literatur, Sprache und Film. Zu sehen ist unter anderem „Manuscripts Don’t Burn“, jüngste Regiearbeit des Iraners Mohammad Rasoulof. Regimegegner, renitente Schriftsteller und der Überwachungsstaat sind Kernelemente des preisgekrönten Films. Eher surrealer Natur ist „Opium“ von der französischen Regisseurin Arielle Dombasle. Der Film basiert auf 14 Gedichten von Jean Cocteau und thematisiert dessen Liebe zu dem Schriftsteller Raymond Radiguet. Während die „Nordlichter“ sich der Kinokultur des Nordens annehmen und der „Asia Express“ Blicke in das Kaleidoskop asiatischen Filmschaffens gewährt, zeigt die frankophile Rubrik „Voila!“ Stoffe aus dem kanadischen Quebec, aber auch die neuesten Werke von Roman Polanski und François Ozon. Im Mittelpunkt von dessen  „Jung und schön“, steht die 17-jährige Isabelle (Foto), die nach der Schule als Callgirl arbeitet. Zu cineastischen Extremen neigt  „Vitrina“ mit skurrilen Geschichten rund um „Killerkaninchen, Tango-Trashrock und Rebellion“. „Drei Farben Grün“ zeigt Filme, die sich mit  Veränderungen der Umwelt beschäftigen. In „The Human Scale“ liefert der dänische Regisseur Andreas Dalsgaard Visionen für ein neues urbanes Leben. 14 Fernsehproduktionen im 16:9-Format sind ebenfalls vorab zu sehen.

Der  Schwerpunkt  liegt in diesem Jahr auf dem Thema  „Exil“. „Das  ist für mich eins der großen Themen der Menschheit. Schon die Vertreibung aus dem Paradies ist quasi unser aller Anfang”, begründet  Festivalleiter Albert Wiederspiel. So gibt sich in „Saroyanland“ die türkische Regisseurin Lusin Dink auf die Spuren des aus Anatolien stammenden US-Autors William Saroyan. In der poetischen Inszenierung erwacht der Dichter auf seinem Weg zurück in die Heimat wieder zum Leben.

Zu den Stargästen gehört US-Regisseur Jim Jarmusch. Sein „Only Lovers Left Alive“ erweckt zwei melancholische Vampire mit den bezeichnenden Namen Adam und Eve zum Leben. Obwohl beide seit Jahrhunderten liiert sind, gerät ihre Liebe in Gefahr. Eve-Darstellerin Tilda Swinton wird auf dem Festival mit dem Douglas Sirk-Preis ausgezeichnet. Zu den weiteren Höhepunkten zählt die filmische Adaption des Bestsellers „Das große Heft“ der ungarisch-schweizerischen Autorin Ágota Kristóf. Regisseur János Szász zeigt, wie zwei 13-jährige Zwillingsbrüder versuchen, während des Zweiten Weltkrieges in einer von Grausamkeiten geprägten Umgebung zu bestehen. Auch „Tore tanzt“, einziger deutscher Beitrag auf dem Filmfest in Cannes, steht auf dem Programm.

Das Kinderfestival Michel,  Werkstattgespräche und Paneldiskussionen runden das Programm ab.

Info: Filmfest Hamburg, 26. September bis 5. Oktober, Festivalkinos Cinemaxx Dammtor, Abaton, Metropolis, Passage, Studio und 3001, www.filmfesthamburg.de

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