Erst nach 2021? : Fehmarnbelt-Tunnel: Dänemark schließt spätere Eröffnung nicht aus

Der Tunnel zwischen Fehmarn und Lolland könnte 2021 fertig sein, die Bahnanbindung in Deutschland aber erst 2024.

shz.de von
21. Mai 2015, 10:30 Uhr

Das dänische Staatsunternehmen Femern A/S hält eine planmäßige Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels 2021 weiter für möglich, schließt aber wegen Verzögerungen auf deutscher Seite einen späteren Termin nicht aus.

Dänemark trägt die erwarteten Kosten von 7,4 Milliarden Euro allein, die EU wird bis zu einem Fünftel davon übernehmen. Deutschland muss laut Staatsvertrag für die Hinterlandanbindung auf deutscher Seite aufkommen, allerdings läuft das Planfeststellungsverfahren noch. Vorher müssen mehr als 3000 Einwände gegen den Tunnelbau beantwortet werden. Weil der Anschluss zudem teurer werden soll als erwartet, hat der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages die Prüfung einer möglichen Neuverhandlung des Staatsvertrags beantragt.

Der Straßen- und Eisenbahntunnel zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland könnte 2021 fertig sein, die Bahnanbindung in Deutschland aber voraussichtlich erst 2024, sagte ein Femern-Sprecher. „Der Tunnel muss aber deshalb nicht zwingend auch erst dann fertig werden“, sagte er weiter.

Das „Hamburger Abendblatt“ hatte zuvor berichtet, der Tunnel werde „um Jahre verschoben“. Auch der Baustart 2016 sei ungewiss.

„Für uns sind zwei Dinge wichtig“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. „Falls Dänemark länger braucht, käme uns das entgegen, weil wir das dann besser mit der Hinterlandanbindung der Bahn synchronisieren könnten. Und wenn wir 2024 Olympia in Hamburg haben wollen, muss bis dahin der Verkehr über die feste Fehmarnbelt-Querung rollen können.“

Nachdem das Baugesetz für den Tunnel das dänische Parlament passiert hat, laufen bei Femern derzeit die Verhandlungen mit den Bauunternehmen. Diese sollen bis September abgeschlossen sein. Hiernach wolle man schnellstmöglich die Verträge unterschreiben und mit dem Bau beginnen, sagte ein Sprecher. Weil der Tunnel mit 7,4 Milliarden Euro deutlich teurer wird als geplant, versuchen die Dänen aber noch, die Preise zu senken. Eine Möglichkeit könnte sein, den Unternehmen längere Bauzeit einzuräumen.

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