Katja Suding bei der Tagesschau : FDP Hamburg: Zwei Beine und drei Wahlkampfthemen

Mit Bildung, Wirtschaft und Verkehr will die FDP in den Hamburger Senat einziehen. Doch das meistdiskutierte Thema sind die Beine der Spitzenkandidatin.

shz.de von
07. Januar 2015, 17:39 Uhr

Hamburg | Die Hamburger FDP setzt im Kampf um den Wiedereinzug in die Bürgerschaft ganz auf Spitzenkandidatin Katja Suding - auch optisch. Ein Fauxpas bei der Kameraführung der „Tagesschau“ kann sie da nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Im Gegenteil: Die  Spitzenkandidaten hat mit Humor auf einen ausgiebigen Kameraschwenk der „Tagesschau“ über ihre Beine reagiert. „Jetzt weiß jeder, dass ich mit meinen sportlichen Beinen die Fünf-Prozent-Hürde mit Sicherheit überspringen werde, ganz locker“, sagte sie am Mittwoch in Hamburg. „Jeder weiß aber auch, dass man mit schönen Beinen keine Wahlen gewinnt, sondern mit guter Politik, und die machen wir.“

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/hashtag/Suding?src=hash">#Suding</a> Ich nehme an, Rainer Brüderle hat bei der <a href="https://twitter.com/tagesschau">@tagesschau</a> eine Anschlussverwendung als Kameramann gefunden. <a href="https://t.co/C4PSJFU9EE">https://t.co/C4PSJFU9EE</a></p>&mdash; Silke Burmester (@Medienfront) <a href="https://twitter.com/Medienfront/status/552807950398808064">7. Januar 2015</a></blockquote>

Suding begrüßte zugleich, dass „ARD-aktuell“- Chefredakteur Kai Gniffke erkannt habe, dass diese Art der Kameraführung nicht die Zukunft des deutschen Fernsehnachrichtenjournalismus sein könne. Als sexistisch wollte sie die Aufnahmen vom Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart aber nicht bezeichnen. Die „Tagesschau“ hatte sich für die Szene in der Sendung vom Dienstag entschuldigt. „Es ist einer dieser Schwenks, die wir in den 80er und frühen 90 Jahren noch gesehen haben“, schrieb Gniffke im Tagesschau-Blog und reagierte damit auf Kritik in sozialen Netzwerken. „Der Beine-Schwenk gehört auf den Index. Tut mir leid, Frau Suding.“

Die Hamburger FDP will im Wahlkampf aber nicht nur mit ihrer Spitzenfrau Suding punkten. Bildung, Wirtschaft und Verkehr sollen die inhaltlichen Schwerpunkte sein. Nach einer ersten Plakatkampagne allein mit Katja Suding unter dem Motto „Unser Mann für Hamburg“ bringt die Hamburger FDP jetzt auch Inhalte in den Wahlkampf ein. Als Topthemen präsentierte Suding am Mittwoch Bildung, Wirtschaft und Verkehr, mit jeweils dazu passenden Plakatmotiven.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Hoffentlich bald auch mit neuem <a href="https://twitter.com/hashtag/fdplogo?src=hash">#fdplogo</a>! &quot;Katja Suding, der Mann für Hamburg&quot;: <a href="http://t.co/7jqQFE2tQQ">http://t.co/7jqQFE2tQQ</a> via <a href="https://twitter.com/lisacaspari">@lisacaspari</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/FDP?src=hash">#FDP</a></p>&mdash; Sascha Sommer (@saschasommer) <a href="https://twitter.com/saschasommer/status/552552496443715585">6. Januar 2015</a></blockquote>

Suding ist darauf in einem Klassenzimmer, vor einem Containerschiff und in einer Straße mit einem Bus im Hintergrund zu sehen. „Hamburg gibt die Richtung vor“, lautet die übergreifende Parole. Hamburg verschlafe viele Chancen, sagte die FDP-Landeschefin. „In der Bildungspolitik sind wir längst nicht mehr spitze.“ Die vom Senat angestrebte Inklusion an den Schulen, also der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern, sei fast gescheitert. „Die Förderschulen wären eine gute Alternative gewesen.“

Suding warnte zugleich vor einem „Kaputtsparen“ der Hochschulen, mahnte aber auch eine solide Haushaltspolitik an. „Die Stadt Hamburg lebt über ihre Verhältnisse.“ Die Wirtschaft will Suding zu einem weiteren Schwerpunkt des Wahlkampfs machen. „Wir brauchen eine Willkommenskultur für Gründer und Start-ups“, sagte sie. Berlin sei in dieser Hinsicht viel weiter. Dem Senat warf sie ferner „Gemurkse“ bei der Verkehrspolitik vor. Im Genehmigungsverfahren für die Elbvertiefung seien Fehler gemacht worden, die jetzt zur Verzögerung des Projekts führten. Auf den Straßen würden technische Lösungen zur Verkehrslenkung nicht genutzt. Mit dem Programm zur Busbeschleunigung verschleudere der Senat eine Viertelmilliarde Euro.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/hashtag/Bildung?src=hash">#Bildung</a> unser <a href="https://twitter.com/hashtag/Jugendwort?src=hash">#Jugendwort</a> des Jahres! Katja <a href="https://twitter.com/hashtag/Suding?src=hash">#Suding</a> stellt <a href="https://twitter.com/hashtag/FDP?src=hash">#FDP</a> Kampagne zur <a href="https://twitter.com/hashtag/HHWahl?src=hash">#HHWahl</a> vor  <a href="https://t.co/XVQnyMsdWO">https://t.co/XVQnyMsdWO</a> <a href="http://t.co/xY7KfHFv8b">pic.twitter.com/xY7KfHFv8b</a></p>&mdash; FDP Hamburg (@fdphh) <a href="https://twitter.com/fdphh/status/552871285470932992">7. Januar 2015</a></blockquote>

Sudings Wahlziel ist der Wiedereinzug in die Bürgerschaft, möglichst mit einem besseren Ergebnis als 2011. Damals hatten die Elbliberalen erstmals ganz auf ihre Spitzenfrau gesetzt und 6,7 Prozent der Stimmen geholt. Die FDP zog mit neun Abgeordneten in die Bürgerschaft ein. „Natürlich möchten wir, dass Olaf Scholz (SPD) seine absolute Mehrheit verliert“, sagte Suding. Der Bürgermeister dürfe aber auch nicht auf eine rot-grüne Mehrheit angewiesen sein. Auf die Frage, ob sie zweite Bürgermeisterin werden wolle, antwortete sie ausweichend.

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