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Hamburger Austauschschüler : Fall Diren: Gericht legt Strafmaß für Todesschützen fest

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Diren aus Hamburg war als Austauschschüler in den USA, als ein Kopfschuss ihn tötete. Verurteilt ist der Täter schon.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 09:52 Uhr

Missoula/Hamburg | Es wird der Schlusspunkt eines tragischen Falls: Im April 2014 wurde der Hamburger Austauschschüler Diren D. im US-Staat Montana erschossen, vor knapp zwei Monaten wurde ein Mann im US-Staat Montana wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt. Am Donnerstag um 17 Uhr deutscher Zeit erfährt der Täter, wie lange er im Gefängnis bleiben muss. Wenn der Richter Ed McLean in Missoula das Strafmaß für Markus K. verkündet, werden voraussichtlich auch Direns Vater und sein Rechtsvertreter Bernhard Docke im Gericht sein. Dem Verurteilten drohen zwischen 10 und 100 Jahren Haft. Der heute 30-Jährige sitzt bereits seit Monaten hinter Gittern.

Der Amerikaner war kurz vor Weihnachten schuldig gesprochen worden. Er hatte Diren in der Nacht des 27. April 2014 erschossen, nachdem dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Diren starb an einem Kopfschuss. Die zwölf Geschworenen waren in dem Prozess der Staatsanwaltschaft gefolgt, die Markus K. vorwarf, Diren in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet zu haben. Die Verteidigung hatte dagegen auf Notwehr plädiert. K. habe nach zwei vorherigen Einbrüchen Angst gehabt.

Der Fall machte in Deutschland Schlagzeilen, in den USA fand er landesweit kaum Beachtung.  Die Verteidigung beantragte zwischenzeitlich ein neues Verfahren, weil ihr Mandant keine echte Chance auf einen fairen Prozess gehabt habe. Die Medien-Berichterstattung habe die Geschworenen beeinflusst.

Ähnliche Vorwürfe hatten die Anwälte bereits vor dem Prozess erhoben und deshalb eine Verlegung in eine andere Stadt verlangt - was der Richter ablehnte. Die Verteidigung will offenbar eine Verurteilung wegen eines minder schweren Tötungsdelikts erreichen.

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