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Eurogate siegt gegen Betriebsrat

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erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | An moralischem Beistand fehlte es Frank Schäfer nicht. Mehr als 100 Hafenarbeiter waren gestern vor dem Hamburger Arbeitsgericht erschienen, um dem Betriebsratsvorsitzenden des Terminalbetreibers Eurogate den Rücken zu stärken. Vergebens. Sehr zum Unmut der Zuhörer im rappelvollen Saal 113 bestätigte Richter Matthias Waskow dessen fristlose Kündigung. Die Unternehmensspitze hat den Chef der Arbeitnehmervertretung von Eurogate Hamburg gefeuert, weil er beim Kauf von Sportbekleidung für die Betriebssportgruppe in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll.

Wegen Untreue wollte Eurogate den Hamburger Betriebsratschef fristlos vor die Tür setzen, doch die Belegschaftsvertretung verweigerte die nötige Zustimmung. Das Unternehmen zog vor Gericht und bekam nun Recht. Mit "hoher Wahrscheinlichkeit", so heißt es in der Urteilsbegründung, habe Schäfer von dem Geld "Bekleidung zu einem Warenwert von mehreren hundert Euro" für den persönlichen Gebrauch gekauft.

Als Leiter der Eurogate-Betriebssportgruppe Fußball orderte Schäfer vor anderthalb Jahren 52 Trainingsanzüge auf Rechnung des Hafenbetriebes. So weit, so unstrittig. Auf den Gesamtpreis von rund 5000 Euro gewährte der Lieferant eine Gutschrift von 730 Euro. Wenige Wochen später soll sich der Betriebsratsvorsitzende mit seiner Lebensgefährtin private Bekleidung zugelegt und mit der Gutschrift bezahlt haben. Der Großkundenbetreuer des Lieferanten sagte vor Gericht aus, das Paar habe tütenweise Ware aus dem Geschäft getragen. Schäfer und seine Freundin widersprachen. Mit der gestrigen Entscheidung dürfte das Verfahren keineswegs beendet sein. Schäfer will in die nächste Instanz gehen und prüft eine Beschwerde zum Landesarbeitsgericht.

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