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Landgericht Hamburg : Erzieher kommt wegen Missbrauchs vor Gericht

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In einer kirchlichen Kita in Hamburg und in seiner Norderstedter Wohnung soll ein Erzieher Mädchen und Jungen sexuell missbraucht haben. Außerdem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, dass er kinderpornografische Aufnahmen von ihnen gemacht habe.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 14:13 Uhr

Hamburg/Norderstedt | Ein Erzieher, der mehrere Kinder in einer kirchlichen Kita in Hamburg-Schnelsen und in seiner Wohnung in Norderstedt missbraucht haben soll, steht von diesem Montag an vor Gericht. Der 30-Jährige muss sich wegen neun Sexualstraftaten vor dem Hamburger Landgericht verantworten, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die Opfer sollen Mädchen und Jungen im Alter von drei bis neun Jahren sein. Der Pädagoge hat die Vorwürfe nach früheren Angaben der Anklage teilweise eingeräumt. Er sitzt in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage bis zum 8. November geplant.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem sexuellen Missbrauch von Kindern in sieben Fällen, einen Fall von schwerem sexuellen Missbrauch sowie einen versuchten schweren sexuellen Missbrauch vor. Außerdem soll er mehrere der Mädchen und Jungen in sexuell aufreizenden Posen fotografiert haben - angeklagt ist daher auch der Besitz von Kinderpornografie. Die Anklage geht von einem Tatzeitraum zwischen September 2012 und Februar 2013 aus. Die Eltern von vier Kindern treten als Nebenkläger vor Gericht auf, wie Gerichtssprecherin Ruth Hütteroth am Freitag sagte.

Der Angeklagte soll sich auch als Babysitter angeboten haben. Ende Februar soll er dabei ein damals vierjähriges Mädchen, das er an einem Wochenende in seiner Wohnung in Norderstedt betreute, missbraucht haben - und laut Anklage zudem eine „Vielzahl von Lichtbildern und eine Videodatei“ von dem nackten Kind gemacht haben.

Der Erzieher war bis Januar in der Kita in Hamburg-Schnelsen angestellt, danach in Norderstedt. Die Ermittlungen waren in Gang gekommen, nachdem die Mutter eines kleinen Mädchens in Norderstedt Hinweise auf einen Missbrauch gesehen und Anzeige erstattet hatte.

Weitere Vorwürfe gegen den Mann aus seiner Zeit in einer Einrichtung in Stove im Kreis Harburg sind nach Darstellung der Staatsanwaltschaft nicht Gegenstand der Anklage. Die dort zuständige Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte die Ermittlungen eingestellt. 

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