Baustelle in Hamburg : Elbphilharmonie: Kostendesaster bleibt ohne juristische Folgen

Die Kosten stiegen von 77 auf 789 Millionen Euro. Ein Debakel, aber keine Straftat – meint die Hamburger Staatsanwaltschaft.

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09. Juni 2015, 10:57 Uhr

Hamburg | Das Kostendesaster beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie wird für die Verantwortlichen kein juristisches Nachspiel haben. „Das Vorermittlungsverfahren wurde eingestellt. Wir haben keine Anhaltspunkte für Straftatbestände wie Untreue, Betrug oder etwaige Korruptionsdelikte gefunden“, sagte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Dienstag. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte zuvor darüber berichtet.

Vor gut einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft das Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Es sollte geklärt werden, ob der 726 Seiten umfassende Bericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) Hinweise auf Straftaten enthält.

Laut dem Abschlussbericht sind eine unfertige Planung, mangelnde Kontrolle vonseiten der Politik und ein Chaos auf der Baustelle schuld am Desaster beim Bau der Elbphilharmonie. Die Kosten für den Steuerzahler stiegen von ursprünglich 77 Millionen auf 789 Millionen Euro, die Eröffnung wurde von 2010 auf 2017 verschoben.

Erstmals nennt der Bericht, der die Ereignisse bis Ende 2008 untersucht, auch die Namen der Verantwortlichen. Demnach ist die städtische Realisierungsgesellschaft (Rege) mit ihrem Chef Hartmut Wegener für wichtige Fehlentscheidungen verantwortlich. Die politisch Verantwortlichen, allen voran Hamburgs damaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und sein Chef der Senatskanzlei Volkmar Schön (CDU), seien dagegen ihrer Aufsichtspflicht nicht gerecht geworden. Aber auch die Architekten Herzog & de Meuron und der Baukonzern Hochtief kommen in dem Bericht nicht gut weg.

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