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Bürgerentscheid in Hamburg : Elbe-Seilbahn: Abstimmung endet am Sonntag

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Wird eine Seilbahn die Gäste vom Heiligengeistfeld über die Elbe zu den Musicaltheatern bringen? 53.000 Hamburger haben ihre Stimme schon abgegeben.

Hamburg | Die Entscheidung über den umstrittenen Bau einer Seilbahn über die Elbe rückt näher: Am Sonntag endet der Bürgerentscheid, bei dem rund 200.000 Wahlberechtigte im Bezirk Hamburg-Mitte dazu aufgerufen sind, über das Projekt abzustimmen. Wie das Bezirksamt mitteilte, hatten bis zum Freitag bereits rund 53.000 Menschen ihre Stimme per Brief abgegeben. „Das ist eine hohe Beteiligung“, sagte ein Sprecher. Die restlichen Bürger können am Sonntag von 8 bis 18 Uhr in den Wahllokalen abstimmen. Am Mittwoch wird dann das Ergebnis erwartet.

Das Musicalunternehmen Stage Entertainment will mit dem österreichischen Seilbahnbauer Doppelmayr 35 Millionen Euro in die rund 1,5 Kilometer lange Strecke investieren. Die Seilbahn soll vom Heiligengeistfeld über die Elbe zu den Musicaltheatern im Hafen führen. Die siebenminütige Fahrt würde laut Planung sechs Euro kosten. Zunächst ist die Seilbahn für einen Zeitraum von zehn Jahren geplant. Bei einer Verlängerung müsste der Betreiber erneut eine Genehmigung einholen.

Das Großprojekt spaltet die Hamburger zutiefst. Die Befürworter halten die Seilbahn für ein modernes, umweltfreundliches Transportmittel. Auch in der Tourismusbranche stößt das Vorhaben auf Zustimmung. Doch die Gegner sehen in dem geplanten Projekt keine Bereicherung für die Hansestadt, sondern Konzerninteressen. Eine Initiative gegen die Seilbahn befürchtet Nachteile für die Anwohner durch erhöhte Touristenströme und zusätzlichen Verkehr. Außerdem zerstöre die Bahn mit ihren 80 Meter hohen Stützen das Stadtbild.

Für Diskussionen hatte außerdem die Ankündigung des Seilbahnbauers Doppelmayr gesorgt, zehn Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke im Bezirk Mitte spenden zu wollen, sollte die Bahn in Betrieb gehen.

Doch dazu wird es vermutlich nicht kommen. Der Bezirk dürfe das Geld voraussichtlich nicht annehmen, sagte ein Sprecher des Bezirksamtes. Dass die Seilbahn im Falle eines positiven Bürgerentscheids auch tatsächlich gebaut wird, ist nach Angaben der Wirtschaftsbehörde aber auch noch nicht sicher. Es könnten Klagen kommen, die das Projekt letztendlich scheitern lassen könnten.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 16:32 Uhr

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