Hamburg : Ein Toter bei Schießerei auf dem Kiez

Polizisten am Tatort in Hamburg. Foto: rtn
Polizisten am Tatort in Hamburg. Foto: rtn

Bei einer Schießerei in Hamburg ist in der Nacht zu Donnerstag ein Mann ums Leben gekommen. Eine Frau wurde schwer verletzt. Vier Verdächtige wurden festgenommen.

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06. April 2012, 02:10 Uhr

Hamburg | Rätselhafte Schüsse an der Hamburger Reeperbahn: Nahe der Ausgehmeile haben mehrere bewaffnete Männer in der Nacht zum Donnerstag eine Kaffeebar gestürmt und sofort das Feuer eröffnet. Bei der brutalen Auseinandersetzung wurde ein 44-Jähriger mit mehreren Messerstichen getötet, seine 31 Jahre alte Verwandte angeschossen.
Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) nahmen auf dem Kiez wenig später vier Verdächtige fest, wie die Polizei berichtete. Sie sollen an Karfreitag vor einen Haftrichter kommen. Die Hintergründe der Bluttat blieben zunächst unklar. Die Mordkommission führt die Ermittlungen.
Männer schossen sofort los
Mindestens vier Männer, einige von ihnen maskiert, waren gegen 0.30 Uhr in die Kaffeebar in Sichtweite der berühmten Polizeistation Davidwache gestürmt. Dort hielten sich mindestens fünf Menschen auf. Die Männer schossen sofort los. Wie viele Schüsse fielen, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen.
Der 44-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt, die 31-Jährige erlitt eine Schusswunde am Oberarm. Trotz Versorgung durch einen Notarzt starb der Mann noch am Tatort. Die Frau kam in ein Krankenhaus, sie schwebt nicht in Lebensgefahr. Die Angreifer flohen durch die Seilerstraße in den Eingangsbereich des Clubs "Tunnel" an der Rückseite des bekannten "Café Keese". Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizeikräfte umstellten das Gebäude.
Vier Verdächtige festgenommen
Das MEK durchsuchte das Haus und nahm im Untergeschoss des "Café Keese" vier Verdächtige im Alter von 24 bis 37 Jahren fest. Dort entdeckten die Beamten außerdem eine Schusswaffe und ein Messer - möglicherweise die Tatwaffen. Die Polizei hatte zunächst berichtet, die Festnahme sei in dem Club erfolgt.
Während des Einsatzes wurden die Reeperbahn und die Seilerstraße weiträumig abgesperrt. Auch am Donnerstag sicherten Polizisten noch Spuren rund um den Tatort.
Die Todesursache des 44-Jährigen konnte erst bei einer Obduktion geklärt werden. Die Beamten waren erst davon ausgegangen, dass der Mann von tödlichen Schüssen getroffen wurde; die Rechtsmediziner stellten aber fest, dass er erstochen wurde.

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