Hamburg : Duell in der FDP: Sylvia Canel gegen Katja Suding

Tritt erneut an: Parteichefin Sylvia Canel.  Foto: dpa  (2)
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Tritt erneut an: Parteichefin Sylvia Canel. Foto: dpa (2)

Kampfabstimmung in Hamburgs FDP: Sylvia Canel tritt gegen Katja Suding an.

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04. April 2013, 11:57 Uhr

Hamburg | Es wäre auch irgendwie untypisch gewesen für Hamburgs FDP: Bei der Neuwahl zum Parteivorsitz kommt es am Freitag doch zur Kampfabstimmung, nachdem Amtsinhaberin Sylvia Canel noch ihren Hut in den Ring geworfen hat. Kurz vor Toresschluss erklärte die Bundestagsabgeordnete (54), ihr Amt nicht kampflos Fraktionschefin Katja Suding überlassen zu wollen. Die 37-Jährige war bisher einzige Kandidatin, ihr Sieg galt als ausgemacht.

Sudings Bewerbung um den Chefsessel hatte Canel mit wochenlangem Schweigen beantwortet - auch weil sie wegen einer Hüft-OP außer Gefecht gesetzt war. Dass sie doch wieder antritt, begründet die gelernte Lehrerin mit innerparteilicher Demokratie. Sylvia Canel: "Es ist wichtig, dass Parteivorsitz und Fraktionsvorsitz in getrennten Händen bleiben."

Tatsächlich würden bei einem Erfolg Sudings erstmals in der Geschichte der Hamburger Freien Demokraten beide Spitzenpositionen von ein und derselben Person besetzt.

Die PR-Frau gilt seit der Bürgerschaftswahl 2011 als Hoffnungsträgerin eines notorisch zerstrittenen Landesverbandes. Suding hatte die FDP nach sieben Jahren Abstinenz mit einem Achtungserfolg von 6,7 Prozent der Stimmen ins Landesparlament zurückgeführt. Dort hat die attraktive Fraktionschefin seither deutlich an Profil gewonnen.

Inhaltliche Unterschiede zur Bundestagsabgeordneten Canel sind kaum auszumachen - dennoch reden die beiden Spitzenfrauen kaum miteinander. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie sich nicht mögen.

Setzt sich Suding durch, wäre sie die 16. (!) Nummer eins der Elbliberalen seit 1993. Immer wieder hat die Partei ihre Vorsitzenden in den vergangenen 20 Jahren nach kurzer Zeit abgesägt - oder diese warfen die Brocken wegen Intrigen und Eifersüchteleien selbst hin. Suding, so heißt es im streitlustigen Landesverband, habe noch am ehesten das Zeug, in neuer Doppelfunktion alte Gräben zu überwinden.

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