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Cruise Center Steinwerder : Drittes Kreuzfahrtterminal für Hamburg: Eröffnung am Kronprinzkai

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erstellt am 09.Jun.2015 | 16:49 Uhr

Hamburg | Mit Schiffsgrüßen aus aller Welt hat Hamburg am Dienstag ein drittes Kreuzfahrtterminal offiziell in Betrieb genommen. Es liegt im südlichen Hafengebiet am Kronprinzkai auf Steinwerder. An der Anlage können pro Schiffsanlauf mehr als 8000 Passagiere an und von Bord gehen - über getrennte Bereiche für die An- und Abreise. „Mit dem Terminal haben wir die Voraussetzungen für steigende Anlaufzahlen und Schiffsgrößen geschaffen“, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) bei der Eröffnung.  Die Prognosen sprächen dafür, dass diese Industrie ihren dynamischen Wachstumspfad fortsetzen wird, sagte Horch. 2016 will die Branche im deutschen Markt die Zwei-Millionen-Marke bei den Passagieren knacken.

Das Cruise Center 3 soll die größte Abfertigungsanlage für die schwimmenden Hotels in Hamburg werden. 80 Millionen Euro wollte die Stadt in den Bau investieren, am Ende reichten 64 Millionen.  2002 ging das erste Kreuzfahrtterminal in der Hafencity in Betrieb, 2011 folgte das zweite in Altona. 2015 nehmen rund 160 Kreuzfahrtschiffe Kurs auf Hamburg. Für sie sollen dann insgesamt 525.000 Passagiere (An- und Abreise) abgefertigt werden. Im Vorjahr gab es einen Rekord mit 189 Anläufen und 590.000 abgefertigten Passagieren.

Ein imposantes Hotelschiff lag am Dienstag allerdings nicht am Kronprinzkai. Es sollte keine Reederei bevorzugt oder benachteiligt werden. „Wir sind für alle da“, sagte Horch. Kapitäne von Aida, Tui & Co grüßten via Filmeinspielung die rund 300 Gäste bei der musikalisch umrahmten Feier, für die es kräftigen Applaus gab. „Das Haus ist gerockt“, sagte die Geschäftsführerin des Cruise Gate Hamburg, Sacha Rougier. Sie versprach, die Erfolgsgeschichte Hamburgs im Kreuzfahrttourismus weiterschreiben zu wollen.

Der Knoten hält: Jens Meyer, Vorsitzender der Hamburg Port Authority (HPA), Sacha Rougier, Geschäftsführerin der Cruise Gate Hamburg GmbH, und Jens Meier, Vorsitzender des Flughafen Hamburg (v.l.n.r.), während der Eröffnungsfeier.
Der Knoten hält: Jens Meyer, Vorsitzender der Hamburg Port Authority (HPA), Sacha Rougier, Geschäftsführerin der Cruise Gate Hamburg GmbH, und Jens Meier, Vorsitzender des Flughafen Hamburg (v.l.n.r.), während der Eröffnungsfeier. Foto: dpa

Die Zukunft der Kreuzfahrtindustrie werde im Bau größere Schiffe mit Platz für mehr als 4000 Passagiere liegen, wurde bei einer Podiumsdiskussion deutlich. Um die Logistik für solche, am neuen Terminal eintreffenden Schiffe zu bewältigen, hat der Hamburger Flughafen seine Expertise im Terminalbetrieb eingebracht. „Die bisherigen Testanläufe - mit und ohne Proviantierung der Schiffe - haben funktioniert“, sagte Flughafenchef Michael Eggenschwiler.

Einige Punkte könnten aber noch verbessert werden, darunter die spärliche Straßen-Beschilderung auf dem Weg zum Terminalgelände. Fünf Kreuzfahrtschiffe testeten die Anlage.

Weil es am neuen Terminal keine Stromversorgung von Land aus gibt, mahnte der Naturschutzbund Nabu die Reeder, den Schadstoffausstoß ihrer Schiffe während der Liegezeiten zu reduzieren. „Katalysatoren, Rußpartikelfilter und der Einsatz von sauberem Kraftstoff in- und außerhalb der Häfen sollte für verantwortungsvolle Unternehmen selbstverständlich sein“, teilte der Leiter der Umweltpolitik beim Nabu Hamburg, Malte Siegert, mit. Die Landstromversorgung am Terminal Altona soll im Sommer in Betrieb gehen. In der Hafencity können Schiffe Strom über eine LNG-Barge beziehen. Sie nutzt zur Stromproduktion verflüssigtes Erdgas (LNG) und kann auch auf Steinwerder eingesetzt werden.

Mit rund 64 Millionen Euro wurde das neue Terminal 16 Millionen Euro günstiger als geplant. Dadurch werde die geplante Nutzungsgebühr (Terminal Occupancy Fee) bei voraussichtlich 6,60 Euro pro Passagier liegen, hieß es. Sie wird von den Reedereien entrichtet. Auch die Parkgebühren am Terminal - pro Woche 99 Euro - sollen zur Refinanzierung beitragen. Im Gebäude sind auch ein Bistro und ein Reiseshop vorhanden. Die Seemannsmission ist ebenfalls vertreten.

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