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Urteil verkündet : Drei Jahre Haft für Hamburger Terrorhelfer

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Ein mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied wollte laut Anklage in den „Heiligen Krieg“ ziehen. Während seines Prozesses in Hamburg setzte sich der Deutsch-Afghane ins Ausland ab. Jetzt hat das Gericht das Urteil verkündet.

Hamburg | Ein mutmaßlicher Terrorhelfer aus Hamburg soll drei Jahre in Haft. Das Oberlandesgericht verurteilte den Deutsch-Afghanen am Freitag wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Der 27-Jährige wollte sich laut Anklage spätestens seit Anfang 2009 am „Heiligen Krieg“ beteiligen. In Pakistan soll er sich beim Terrornetzwerk Al-Kaida und bei der militanten Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) engagiert haben.

Der Angeklagte hatte sich während des Prozesses ins Ausland abgesetzt. Wenige Tage nach seiner Flucht wurde er in Bulgarien gefasst. Er soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Auch beim Urteil war er nicht im Gerichtssaal. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte für den Mann dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Unter dem Einfluss seines Bruders habe er sich radikalisiert und schließlich in Pakistan zunächst bei der IBU und dann bei Al-Kaida an Waffen ausbilden lassen. Außerdem soll er an einem Propagandafilm mitgewirkt haben, mit dem um neue Kämpfer aus Deutschland geworben wurde. Die Verteidigung plädierte für eine milde Strafe, stellte aber keinen konkreten Antrag.

Der Bruder des Angeklagten war Mitte 2012 in Koblenz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er galt als wichtiger Verbindungsmann von Al-Kaida in Europa. Die Hamburger Anklage geht davon aus, dass der 27-Jährige - anders als sein Bruder - ohne Auftrag des Terrornetzwerks nach Deutschland zurückkehrte.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 10:14 Uhr

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