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Kommentar zu Magath : Dieser HSV ist nicht mehr zu retten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Millionenschwere Spieler im Schritttempo und ein Trainer, der auf der Bank kleben bleibt, bis die Abfindung stimmt - der HSV gibt zurzeit kein gutes Bild ab. Allen voran aber der Aufsichtsrat erfüllt seinen Job nicht. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 19:38 Uhr

Hamburg | Sie haben es geschafft, die maßgeblichen Herren beim Hamburger Sport Verein. Felix Magath kommt nicht. Aufatmen bei all jenen, die beim HSV außerhalb des Spielfeldes die Hand aufhalten: Ein völlig überforderter Sportchef Kreuzer, der als sportliches Vorbild mit einer Alkoholfahrt durch Hamburg Schlagzeilen macht, darf weiterhin wirres Zeug reden. Ein Vorstand, der im sportlichen wie auch im wirtschaftlichen Bereich im klaren Abseits steht, darf einen der bislang renommiertesten deutschen Fußballclubs in die Niederungen führen. Vielleicht sogar irgendwann bis zum Konkursrichter. Und all dies schaut sich ein Aufsichtsrat an, der seine Pflichtaufgabe als Kontrollgremium in einer Art und Weise vernachlässigt, die Sodom und Gomorrha noch übertrifft.

Bleiben die auf dem Rasen handelnden Personen. Hoch bezahlte Profis, die es aufgegeben haben, ihrem Beruf zum Wohle des Arbeitgebers nachzugehen. Wie im Schritttempo. Von Laufarbeit kann keine Rede sein. Und dann ist da noch der Trainer. Bert van Marwijk sitzt seinen Vertrag auf der Trainerbank aus, solange sie hält. Das ist in dieser Berufsbranche so üblich. Freiwillig, ohne Abfindung, geht keiner. Die Verträge geben es her.

Die Abneigung gegen Felix Magath war abzusehen. Hätten sie doch alle gehen müssen: Kreuzer, van Marwijk, ja selbst die Vorstandsmitglieder Jarchow und Hilke. Vielleicht auch der Busfahrer und der Buchhalter. Und im Sommer eine Reihe von Spielern. Magath hätte aufgeräumt und Privilegien gestrichen, er hätte frisches Kapital beschafft und er hätte so manchem Schaumschläger die Wahrheit ins Gesicht gesagt. Es wäre ungemütlich geworden beim HSV.

Die Frage, ob Magath diesen HSV hätte retten können, bleibt hypothetisch. Er hätte es mit Wissen und Herzblut versucht. Was der HSV-Führung fehlt.

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