Hamburger Schanzenfest : Die Krawalle begannen um 22.30 Uhr

Ein Feuer vor der Roten Flora: Die Polizisten ließen es zunächst brennen... Foto: dapd
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Ein Feuer vor der Roten Flora: Die Polizisten ließen es zunächst brennen... Foto: dapd

Das Schanzenfest blieb friedlich. Gegen 22.30 Uhr begannen erste Jugendlichen, mit Brandsätzen zu werfen. Erst um 23.50 Uhr griff die Polizei ein - da brannten Barrikaden meterhoch.

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22. August 2011, 10:44 Uhr

Nach dem friedlichen Schanzenfest in Hamburg ist es am späten Samstagabend zu ersten kleineren Zwischenfällen im Schanzenviertel gekommen. Gegen 22.30 Uhr warfen Jugendliche vor dem Autonomentreff Rote Flora Feuerwerkskörper und entzündeten mehrere Müllsäcke auf der Straße. Passanten löschten das Feuer jedoch rasch wieder. Wenig später versammelten sich mehrere schwarz gekleidete junge Leute mit Sprechchören erneut um ein Feuer aus Müllhaufen und Pappkartons.
Die Polizei rückte erst gegen 23.50 Uhr vor. Bis dahin war es - trotz einzelner geworfener Böller - überwiegend friedlich geblieben. Doch dann wurden die Flammen vor der Roten Flora zu hoch. Wasserwerfer rückten vor, die Beamten setzten vereinzelt ihre Knüppel ein. Mit einem massiven Kräfteaufgebot räumte die Polizei dann schließlich den Platz vor der Roten Flora. Mindestens ein Randalierer wurde schwer verletzt. Er wurde noch im Schanzenviertel vom Notarzt versorgt, dann kam er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Mehrere ertappte Chaoten wurden aus der Menge herausgefischt und abgeführt. Insgesamt nahm die Polizei 30 Personen vorläufig fest und zehn in Gewahrsam. 2010 wurden 42 Personen festgenommen und 14 Menschen verletzt.

750.000 Euro Einsatzkosten
Nicht immer ging es dabei zimperlich zu. "Ich bin da wohl hineingeraten", sagte ein junger Mann aus Lüneburg, der mit Blut im Gesicht auf seinen Abtransport gewartet hat. Auch zwei Polizisten wurden im Flaschen- und Steinehagel verletzt. Insgesamt hatte die Polizei mehr als zweitausend Beamte aus verschiedenen Bundesländern in der Schanze eingesetzt. Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr war die Schanze Gefahrengebiet. In diesem Bereich durften die Beamten bis Sonntagmorgen 5 Uhr verdachtsunabhängig Platzverweise erteilen, Aufenthaltsverbote aussprechen oder Personen in Gewahrsam nehmen.
Erst am frühen Sonntagmorgen beruhigte sich die Lage, die Stadtreinigung beseitige die Trümmer eines Schanzenfestes, das - wie in den vergangenen Jahren - friedlich begann und im Krawall endete. Nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft kostet der Einsatz in diesem Jahr rund 750.000 Euro.
Das Fest im Stadtteil Sternschanze war wie in den Jahren zuvor nicht angemeldet und geht auf die Initiative der Anwohner zurück, wie ein Vertreter der Veranstalter sagte. Das Motto des diesjährigen Festes lautete "Gegen Mietenwahnsinn und Gefahrengebiete". Das Bezirksamt Mitte duldete die Feier.

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