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Gescheitertes Referendum für 2024 : „Die goldene Ananas“ für Kiel: Reaktionen auf Hamburg ohne Olympia

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Enttäuschung, Fassungslosigkeit, Erleichterung: Die Abstimmung über Hamburgs-Olympia-Bewerbung ist gelaufen.

Fiasko für den deutschen Sport: Die Hamburger haben den Traum von Olympia 2024 in ihrer Stadt überraschen platzen lassen. 51,6 Prozent stimmten gegen Sommerspiele an der Elbe, nur 48,4 Prozent dafür. Kiel als potentieller Segelstandort stimmte gleichzeitig im Volksentscheid mit großer Mehrheit für die Olympischen Spiele - umsonst. Die Reaktionen.

Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister:
„Das ist eine Entscheidung, die wir uns nicht gewünscht haben. Sie ist aber klar.“

Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin:
„Wir wollten Spiele der Vielen und nicht von und für eine Minderheit.“ Trotzdem wolle sie das Ergebnis der Abstimmung akzeptieren: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die Hamburgerinnen und Hamburger fragen.“ Von Olympia habe sich Fegebank einen großen Schub für die Hamburger Stadtentwicklung erhofft. „Persönlich bin ich sehr enttäuscht.“

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB):
Es scheint so, dass der olympische Gedanke und Deutschland im Moment nicht zusammen passen“, sagte Alfons Hörmann. Deutschland erlebte seine zweite olympische Pleite binnen zwei Jahren. 2013 hatten München und Umgebung in einer Volksbefragung gegen Winterspiele 2022 votiert. Hamburg habe nicht nur „mit viel Liebe und Engagement, sondern fehlerfrei agiert“, betonte Hörmann. „Das Ergebnis war sehr stark den Rahmenbedingungen geschuldet.“

Kirsten Bruhn, Schwimmerin und Paralympics-Siegerin:
„Es enttäuscht mich, dass die Menschen nicht sehen, dass es um den Sport geht.“ Nach den geplatzten Olympia-Plänen sehe es düster aus für den Leistungssport in Deutschland, sagte die Schwimmerin unter Tränen.

Florian Kasike, NOlympia:
„Wir haben einen Stimmungswandel in der Stadt bemerkt“, sagte Florian Kasiske aus dem jubelnden Lager der Initiative NOlympia. „Die Menschen sehen, dass es Sachen gibt, wo das Geld besser angelegt ist.“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig:
Ein schönes Ergebnis - „aber es nützt uns alles nichts“, sagt Torsten Albig. Dabei sei Kiel die erste Stadt, deren Bürger sich in einem Entscheid für die Austragung Olympischer Spiele ausgesprochen hätten. „Alle anderen haben Nein gesagt. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass - immer dann wenn Bürger gefragt werden - sie Olympia nicht wollen, mit Ausnahme von Kiel.“ Er bedauere das sehr, weil Olympia aus seiner Sicht für den Norden eine herausragende Entwicklungschance gewesen wäre. „Das wäre nicht zu Lasten von Menschen gegangen, sondern hätte ganz vielen geholfen.“

„Wir werden in Deutschland auf lange Zeit keine großen Sportereignisse mehr erleben“, zeigte sich Albig nach dem Ausgang des Hamburger Referendums sicher. „Das ist aber schade, weil die größte Volkswirtschaft in Europa nicht verschwinden sollte von diesem Markt.“

Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister von Kiel:
„Das ist ein bisschen wie die goldene Ananas“, sagte Kämpfer und sprach von einem „schwarzen Tag für den deutschen Sport“. Seine Stimmungslage liege nun „irgendwo zwischen traurig und sauer“. Nun gelte es, ein paar Tage durchzuatmen und danach möglichst viel von den bisherigen Plänen trotzdem umzusetzen.

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt:
Das Hamburger Votum sei „maximal bedauerlich“, sagte Stefan Studt. „Das ist ein trauriger Tag für den großen Sport.“

Christian Thiessen, Vorsitzender der Piratenpartei Schleswig-Holstein:

„Hamburgs Votum ist ein Befreiungsschlag auch für Kiel und Schleswig-Holstein: Dieser Sieg der Vernunft bedeutet mehr Geld für die Bürger und keinen Überwachungswahn aus ,Sicherheitsgründen' in der Landeshauptstadt. Wir Piraten haben als einzige im Landtag vornherein gegen Olympia gestimmt. Dass die Kieler so anders abgestimmt haben, ist auch vor dem Hintergrund der unzureichenden Debatte und einseitig beeinflussten Werbung hierzulande zu sehen.“ 

Nikolas Hill, Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft für die Spiele 2024:
„Das Konzept hat gestimmt, aber die Begleitumstände konnten wir nicht beeinflussen. Wir haben gekämpft.“

HSV-Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer:
„Ich bin sehr enttäuscht und traurig, es wäre ein große Möglichkeit für die Stadt und die Bürger gewesen, so ein Projekt für die Zukunft zu gestalten. Das muss man erstmal verdauen.“

Reaktionen bei Twitter:
Bei Twitter zeigen die Menschen ihr Unverständnis und ihre Freude über das Votum. Oder aber auch ihre ironische Ader.

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erstellt am 29.Nov.2015 | 22:20 Uhr

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