Berufungsprozess in Norwegen : Deutscher bestreitet Fjord-Mord - Hamburgerin wollte angeblich sterben

Die gruselige Tat löst auch ein Jahr später noch Gänsehaut aus. „Wie versenke ich eine Leiche?“ - das soll ein Deutscher in Norwegen eine Suchmaschine gefragt haben. Später liegt seine Frau tot in einem Fjord.

shz.de von
06. Mai 2015, 17:54 Uhr

Stavanger | Auf den Tag genau ein Jahr, nachdem Taucher die Leiche einer Frau aus Hamburg aus einem norwegischen Fjord gezogen haben, steht der Ehemann der Frau wieder vor Gericht. Wegen Mordes an der zweifachen Mutter hatten ihn Richter im Dezember zu 21 Jahren Haft verurteilt. Er akzeptierte das Urteil nicht und ging in Berufung.

Aus Eifersucht soll er die 36-Jährige kurz vor Ostern 2014 im gemeinsamen Haus vergewaltigt, ihr einen Strick um den Hals gelegt und zugezogen haben, während die beiden kleinen Kinder seelenruhig in einem anderen Zimmer schliefen. Dann steckte er den toten Körper in Plastikplanen, fuhr mit einem Schlauchboot hinaus auf den Lysefjord und versenkte den Leichnam in 70 Metern Tiefe. Wochenlang war nach der Verschwundenen gesucht worden.

Dass er seine Frau tötete, weil sie sich für eine Internetliebe von ihm trennen und zurück nach Deutschland ziehen wollte, bestreitet der 35-Jährige. Deshalb hat in Norwegen eine neue Runde des Prozesses um den Mord am Fjord begonnen. Seine Frau sei depressiv gewesen und habe sterben wollen, betonte der Auswanderer zum Start am Mittwoch erneut.

Ihren Tod hätten beide gemeinsam geplant. Laut Gerichtsmedizinern wurde seine Frau vor ihrem Tod gequält und vergewaltigt. Doch ihr Ehemann will sie nicht zum Sex gezwungen haben.

Die Richter waren dagegen überzeugt, dass der Deutsche von dem Internetflirt seiner Frau Wind bekommen hatte und sie deshalb sterben musste. Der eifersüchtige Ehemann überwachte demnach nicht nur ihre E-Mails, sondern suchte im Internet nach Antworten auf Fragen wie „Wie versenke ich eine Leiche?“ und „Wie betäubt man eine Frau?“. Für den Berufungsprozess sind zunächst fünf Tage angesetzt.

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