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HSV-Trainer Mirko Slomka : Demut vor dem Nordderby

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

HSV-Trainer Mirko Slomka verzichtet vor dem heutigen Spiel in Bremen auf Kampfansagen. Dennoch heißt das Ziel: „Mit einem Sieg können wir in der Tabelle einen Platz klettern.“

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 19:23 Uhr

Hamburg | Dass Mirko Slomka dem Hamburger SV sportlich gutgetan hat, steht außer Frage. Zahlreiche personelle Änderungen, eine wie verwandelt auftretende Elf, ein völlig überraschender 3:0-Heimsieg gegen das Starensemble von Borussia Dortmund – das Debüt des smarten Fußballlehrers auf der HSV-Trainerbank endete am vergangenen Sonnabend im kollektiven Freudenrausch. Und nun, eine Woche später und unmittelbar vor dem brisanten Bundesliga-Nordderby bei Werder Bremen (heute, 15.30 Uhr), darf zusätzlich festgehalten werden: Slomka hat den krisengeschüttelten Chaosclub nicht nur sportlich wiederbelebt, er hat dem HSV – zumindest fürs Erste – auch noch Demut beigebracht. „Alle Prognosen und Bilanzen sprechen gegen uns. Man muss fast sagen, dass Bremen Favorit ist“, erklärte der 46-Jährige mit Blick auf das 100. Nordderby der Bundesliga-Geschichte kleinlaut. Verbale Giftpfeile, Kampfansagen? Fehlanzeige.

Zugegeben, an weniger beachteten und weniger aufgeregten Bundesliga-Standorten wie Augsburg, Freiburg oder Mainz ist ein derartiges Verhalten von Entscheidungsträgern an der Tagesordnung. Nicht aber in der stolzen Weltstadt Hamburg. Zur Erinnerung: Es ist noch gar nicht lange her, dass Clubboss Carl-Edgar Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer gezeigt haben, was sie von hanseatischem Understatement halten. „Bayern, Dortmund und Leverkusen erwartet man vorne, danach sollten Schalke, Wolfsburg und wir kommen“, erklärte Jarchow unmittelbar vor dem Start dieser bislang aus Hamburger Sicht so katastrophal verlaufenen Saison. Und Kreuzer tönte noch Anfang November: „Bis Weihnachten verlieren wir kein Heimspiel mehr.“ Nun ja, das klappte nicht ganz, von den drei angesprochenen Partien gingen zwei verloren.

Was unter anderem zum desaströsen Ist-Zustand, an dem der wundersame Coup gegen den BVB nichts Grundlegendes ändern konnte, beigetragen hat. Der große HSV belegt nach 22 Spieltagen den 16. Tabellenplatz, hat die meisten Gegentore aller Bundesligisten kassiert (51) und schwebt – ebenso wie der Tabellen-14. Werder – weiterhin in akuter Abstiegsgefahr. Slomka will das schnellstmöglich ändern. Mit Demut, einer positiven Ansprache, Teamgeist, Trainingsfleiß. „Die Mannschaft hat in der ganzen Woche hervorragend mitgezogen“, sagte der HSV-Coach und gab die Losung für den heutigen Tag aus: „Mit einem Sieg können wir in der Tabelle einen Platz klettern.“

Kleine Etappenziele statt großspuriger Ankündigungen – die Hamburger Profis hat Slomka mit seiner besonnenen Art längst auf seine Seite gezogen. „Wir werden in Bremen nur Erfolg haben, wenn wir uns gegenseitig helfen, wenn wir rennen und kämpfen bis zum Ende“, erklärte Mittelfeldabräumer Tomas Rincon pflichtbewusst. Während Rincons Berufung in die Startelf wohl auch davon abhängt, ob Rafael van der Vaart nach seinem Bänderriss im Knöchel rechtzeitig topfit wird, steht einem Einsatz von Pierre-Michel Lasogga nichts mehr im Wege. Der Torjäger, der über Rücken- und Oberschenkelprobleme geklagt hatte, stieg bereits am Donnerstag wieder ins Training ein.

Die voraussichtliche HSV-Aufstellung: Adler – Diekmeier, Djourou, Rajkovic, Jansen – Rincon (van der Vaart), Badelj, Arslan, Jiracek – Calhanoglu – Lasogga

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