Libri.de : Datenleck größer als vermutet

Das Datenleck beim Online-Buchhändler "Libri.de" war weitaus größer als bislang angenommen. Auch Details aus den Marktplatz-Shops waren einsehbar.

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31. Oktober 2009, 10:03 Uhr

Hamburg | Nicht nur die Daten von mehr als 500.000 Kundenrechnungen, sondern auch umfangreiche Details aus den über tausend Shops des Marktplatzes waren mit einem kleinen Zahlentrick ohne weiteres einsehbar. "Die neuerlichen Weiterungen des Falles dokumentieren ein erschreckendes Ausmaß an Unkenntnis und Nachlässigkeit im Umgang mit Daten und der Datensicherheit", kritisierte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar den Fall. "Libri.de" hat die Sicherheitslücke nach eigenen Angaben direkt nach Bekanntwerden geschlossen.

"Wir hatten Zugriff auf die kompletten Bestellstatistiken, die Bestellhistorie, Beleghistorie und Kundenliste mit Mail- und Postadresse", berichtete der Internet-Blog "netzpolitik.org" gestern. Mit leicht veränderten Login-Daten konnten sich die Betreiber mit dem immer gleichen Passwort in weitere Shops bei "Libri.de" einloggen. Erst ein Tag zuvor war es den Mitarbeitern des Blogs gelungen, sich Zugang zu über 500.000 Rechnungen von Kunden inklusive Anschrift, Rechnungsnummer und den bestellten Artikeln zu verschaffen.

Datenschützer Caspar kritisierte vor allem die Nachlässigkeit bei der Vergabe der simplen Passwörter. Diese hätten die Shop-Betreiber geradezu eingeladen zu testen, "was die Konkurrenz so treibt". Der Online-Buchhändler will künftig durch technische Mittel die Wahl eines sicheren Passworts erzwingen.

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