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Besuch in Hamburg : Dalai Lama steckt im Aufzug fest

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Buddhistische Unterweisungen vor Tausenden Zuhörern, Besichtigungen - der Dalai Lama hat ein volles Programm in Hamburg. Beim Besuch im Völkerkundemuseum ging etwas schief.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 14:03 Uhr

Hamburg | Kleiner Zwischenfall beim Dalai-Lama-Besuch in Hamburg: Nach einer Besichtigung der Ausstellung „Tibet - Nomaden in Not“ steckte das Oberhaupt der Tibeter für einige Minuten im Fahrstuhl fest. Der 79-jährige Friedensnobelpreisträger nahm es wie immer mit Humor, stieg ein Stockwerk höher aus, ging die Außentreppe zum Innenhof des Museums hinunter und scherzte mit den Museumsmitarbeitern. Später entschuldigte er sich für seine Verspätung bei den 5000 Zuhörern im Congress Centrum (CCH), die schon auf ihn warteten.

„Alle Religionen haben das gleiche Ziel: den Altruismus zu fördern“, sagte er vor 5000 Zuhörern. Dabei sei es egal, ob man wie im Christentum an die Liebe Gottes glaube, deren Funke ins Leben aller Menschen überspringe oder wie im Buddhismus an die Abhängigkeit aller Dinge: Alles, was man für andere Menschen tue, habe positive Auswirkungen auf das eigene Leben.

Im Völkerkundemuseum sagte der Dalai Lama: „Es geht nicht nur um eine politische Lösung für Tibet, sondern es geht um Gerechtigkeit für die Tibeter. Es ist ein Zeichen der Hoffnung, dass es so eine Ausstellung gibt.“ Seit Jahrzehnten warnt der Dalai Lama, der seit 1959 im indischen Exil lebt, vor einem „kulturellen Völkermord“ in seiner Heimat und wurde so zum Symbol eines friedlichen Widerstandes.

„Früher hab' ich auch so einen Mantel getragen“, meinte der 79-Jährige und zeigte auf ein Foto mit tibetischen Mönchen, die an einer Prozession teilnehmen. Mit rund 80 Fotos, Alltagsgegenständen und Ritualobjekten dokumentiert die Schau das Leben der Nomaden in der Himalaya-Region, deren jahrhundertealte Tradition bedroht ist: Bis 2015 möchte die chinesische Verwaltung sie in „sozialistischen Dörfern“ zwangsansiedeln. Bislang sind nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker zwei Millionen tibetische Nomaden betroffen. „Die Nomaden waren glücklich, als sie umherziehen konnten. Warum die Chinesen sie sesshaft gemacht haben, weiß ich nicht“, sagte der Friedensnobelpreisträger.

Am Dienstag beendet der Dalai Lama seinen Hamburg-Besuch mit einer Zeremonie zum Buddha des Mitgefühls. Danach nimmt er an einer Podiumsdiskussion zum Thema „...und was ist mit Tibet?“

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