Grösstes Containerschiff der Welt : „CSCL Globe“ in Hamburg: Rückwärts einparken für Ozean-Riesen

Die CSCL Globe bleibt noch bis zum 16. Januar in Hamburg.
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Die CSCL Globe bleibt noch bis zum 16. Januar in Hamburg.

Die „CSCL Globe“ bleibt noch bis Freitag in Hamburg. Bilder, Videos und Tipps zum Besuch des Riesenschiffs.

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14. Januar 2015, 11:02 Uhr

Hamburg | Rückwärts einparken vom Allerfeinsten: Mit der Hilfe von vier Schleppern und unter den gebannten Blicken vieler Schaulustiger hat das größte Schiff der Welt Hamburg am Dienstag erreicht. Mit dem Heck voran schoben die Lotsen die fast 400 Meter lange „CSCL Globe“ in den Waltershofer Hafen und brachten den Koloss gegen 9 Uhr schließlich sanft an die Kaikante von Eurogate. Der stellvertretende Hafenkapitän Andreas Brummermann lächelte erleichtert: „Wir sind sehr beruhigt und sehr froh, dass alles so geklappt hat wie geplant.“

Dieses Youtube-Video zeigt Bilder von der Einfahrt des Frachters.

Das Schiff hatte am Montag den Hafen von Rotterdam verlassen und seine Reise in die Hansestadt angetreten. In den kommenden drei Tagen sollen 11.000 TEU gelöscht werden. Am Freitag geht es mit neuer Fracht zurück nach China. Als erster Hafen wird Zeebrügge in Belgien angesteuert. Während des Besuchs in Hamburg werden auch Hafenrundfahrten zu dem Riesenschiff angeboten. Der beste Blick auf den XXL-Frachter bietet sich Neugierigen südlich des Elbtunnels direkt von der Autobahn 7 aus.

Die „CSCL Globe“ ist 400 Meter lang und 58,60 Meter breit und kann 19.100 Standardcontainer (TEU) transportieren. Das Schiff ist damit länger als das Empire State Building hoch ist. Es ist das erste von fünf Schwesterschiffen, die von der Reederei China Shipping im Verkehr zwischen Asien und Europa eingesetzt werden sollen. Künftig soll die „CSCL Globe“ alle zwei Monate in die Hansestadt kommen.

Nach Hamburg kam die „CSCL Globe“ ungefähr halb beladen und mit einem reduzierten Tiefgang von 12,80 Metern - bei voller Auslastung hätte das Schiff einen Tiefgang von 16 Metern, zu tief für die Elbe.

Zwei Schlepper hinten, zwei vorn - davor sprühte ein Löschboot vor Freude Fontänen: Hamburg begrüßte den schwimmenden Superlativ maritim standesgemäß. In Höhe „Strandperle“ bei Övelgönne leiteten die Lotsen die Drehung ein. Kurz stand das Ungetüm still, bevor es rückwärts in den Waltershofer Hafen glitt. Ein Zeitraffer-Video des NDR zeigt, wie die „CSCL Globe“ im Hamburger Hafen einparkt.

Das Containerschiff der Reederei China Shipping Group wird beim Anlegemanöver am Containerterminal Eurogate von Schleppern begleitet.
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Das Containerschiff der Reederei China Shipping Group wird beim Anlegemanöver am Containerterminal Eurogate von Schleppern begleitet.

Die Ankunft des Schiffes der Reederei China Shipping hatte sich wegen der Stürme am Wochenende um einen Tag verzögert. Rund ein halbes Jahr hatten sich die Hafennautiker in Hamburg per Simulation am Rechner auf dessen Ankunft vorbereitet. Für den Erstanlauf benötigte der Gigant bei fünf bis sechs Windstärken eine Ausnahmegenehmigung.

Trotz der Einschränkungen, die die Hansestadt durch die Elbtiefe mit sich bringe, gebe es momentan keine Alternative zum Hamburger Hafen, erklärte der Vizepräsident von China Shipping, Yu Zenggang. Er betonte die guten Beziehungen zum Hamburger Hafen und machte deutlich: „Wir haben großes Vertrauen in den deutschen Markt“.

Auf Twitter gab es die ersten Schnappschüsse vom Riesenschiff:

In diesem Tweet hat sich das größte Containerschiff der Welt versteckt.

Das größte Schiff der Welt besucht Hamburg auf seiner Jungfernreise. Der Frachter ist mit knapp 400 Metern fast 60 Meter länger als der größte jemals gebaute Flugzeugträger und 130 Meter länger als die „Titanic“. Übertroffen wird es von einigen Supertankern der Vergangenheit. So wurde 1980 der Tanker „Porthos“ um 81 Meter verlängert und erreichte damit 458,40 Meter Länge. Das ist Rekord bis heute. Das Schiff war so groß, dass es viele wichtige Häfen und Wasserstraßen nicht nutzen konnte.

Letzte Woche machte die „CSCL Globe“ im englischen Felixstowe fest. Der Containerhafen von Felixstowe ist der größte seiner Art in Großbritannien. Dieses Youtube-Video zeigt das Schiff aus der Nähe: Nach einem Interview sind ab Minute 1:50 Bilder von der Brücke und vom Deck mit dem Containern zu sehen.

Es ist erst gut zwei Jahre her, dass Hamburg die „Marco Polo“ der Reederei CMA CGM als größtes Schiff der Welt begrüßte. Die war auch schon 396 Meter lang und konnte bis zu 16.000 TEU tragen. Dazwischen trug die Triple-E-Klasse der Reederei Maersk den Titel des größten Containerschiffs, mit 399 Meter Länge und 18.270 TEU Tragfähigkeit. Immer schneller lösen sich die Containerriesen an der Spitze ab. Die „CSCL Globe“ wird ihren Titel auch nicht lange tragen. Schon wartet die Branche auf die erste Bestellung für ein 22.000-TEU-Schiff.

Bereits am Ende dieses Monats wird die „MSC Oscar“ der Reederei MSC ihre Jungfernreise antreten und damit ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen. Sie kann 19.224 TEU transportieren und damit gut 100 mehr als die „CSCL Globe“ und macht ihr damit den Titel als größtes Containerschiff streitig. Andererseits ist die „MSC Oscar“ vier Meter kürzer als die „CSCL Globe“, die dann weiterhin das längste Schiff der Welt wäre.

Der Hafen und die Reederei nutzten die Ankunft der „CSCL Globe“ auch, um der Forderung nach einer Elbvertiefung Nachdruck zu verleihen. „Ein weiterhin wachsender Containerverkehr und der zunehmende Einsatz besonders großer Containerschiffe im Chinaverkehr verdeutlichen inzwischen dramatisch, dass wir auf die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe nicht noch länger warten können“, sagte Vorstand Axel Mattern von Hafen Hamburg Marketing.

Dass die Containerschiffe immer größer werden, bedeute für Hamburg auch große Herausforderungen bei der Infrastruktur, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch. „Aber die Schiffe werden nun einmal größer und da müssen wir uns anpassen.“ Hamburg versuche dabei, eine Balance aus umweltrelevanten Forderungen und ökonomischen Voraussetzungen zu wahren. „Es ist nicht so, dass wir bei der Umwelt die Augen zumachen“, sagte Horch.

Wo sind die Probleme bei solchen Containerriesen?

Grenzen setzen bei der Entwicklung der Schiffsgrößen nicht die Schiffbaukünste der Ingenieure, sondern Wasserwege und die Infrastruktur der Häfen. Hamburg und Bremen wollen seit langem die Fahrrinnen von Unterelbe und Außenweser an die großen Schiffe anpassen, doch noch hat das Bundesverwaltungsgericht kein grünes Licht gegeben. Voll beladen würde die „CSCL Globe“ auf der Elbe steckenbleiben.

Ähnliche Probleme mit geringen Wassertiefen und engen Wasserstraßen gibt es auch in anderen Häfen. Und die großen Schiffe brauchen auch große Containerbrücken; die Terminals müssen investieren und auf dem neuesten technischen Stand sein, wenn sie die Mega-Carrier als Kunden gewinnen wollen. Der Kreis der Häfen, den die Containerriesen ansteuern können, wird immer kleiner.

Warum werden die Containerschiffe immer größer?

Vor allem treibt der wirtschaftliche Druck die Entwicklung im Schiffbau voran. Seit Jahren dümpelt die Schifffahrt in der Krise. Es gibt zu viel Frachtraum für zu wenig Ladung; die Überkapazitäten drücken auf die Frachtraten und Erträge der Reedereien. Da sind große Schiffe ein Ausweg, weil sie Kosten sparen helfen.

Von den rund 5100 Containerschiffen auf den Weltmeeren gehörten schon vor einem Jahr 551 in die Klasse der Mega-Carrier mit mehr als 8000 TEU. Der Transport je Container ist damit auf den Rennstrecken des Welthandels zwischen Asien und Europa deutlich günstiger. Allein der Treibstoffverbrauch fällt um 20 Prozent niedriger aus.

Aber auch die technischen Möglichkeiten „Aus schiffbaulicher Sicht wäre es kein Problem, in Kürze bereits 24.000-TEU-Frachter zu bauen“, sagt Direktor Jost Bergmann von der technischen Prüfgesellschaft DNV GL. Dazu müssten die Schiffe noch einmal um einen Container-Stellplatz länger werden, um zwei Stellplätze breiter und einen höher. Schon die „CSCL Globe“ setzt eine neue Dimension im Containerschiffbau. Noch vor acht Jahren waren die Schiffe der „Emma-Maersk“-Klasse das Maß aller Dinge, und sie blieben es sechs Jahre lang - mit einer Tragfähigkeit von 15 .00 TEU.

Wer unterhält solche Riesen?

Nicht nur die Schiffe, auch die Unternehmen werden immer größer oder versuchen mit Kooperationen und in Allianzen, Kosten zu sparen. Die größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd setzt gerade ihre Fusion mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV um. Die „CSCL Globe“ gehört zu China Shipping, eine der drei chinesischen Staatsreedereien.

Auf der Rangliste der großen Reedereien steht China Shipping erst auf Platz sieben, aber das Unternehmen gehört zur Allianz „Ocean Three“, zusammen mit den Reedereien CMA CGM und UASC aus Nahost. Die anderen großen Reedereien sind in drei weiteren Allianzen organisiert. Alle gemeinsam beherrschen den Markt und schaffen es so, ihre Schiffe möglichst maximal auszulasten.

Andere Rekorde auf dem Wasser

Das größte Passagierschiff ist die „Allure of the Seas“ mit 360 Metern Länge und Platz für 6300 Passagiere und 2100 Besatzungsmitglieder.

Die größten Kriegsschiffe sind die nuklear angetriebenen US-Flugzeugträger der „Nimitz“-Klasse, deren Flugdeck knapp 333 Meter lang ist.

Gegenwärtig entsteht auf einer Werft in Korea die „FLNG Prelude“ im Auftrag eines Konsortiums unter Führung des Shell-Konzerns. Das ist kein Transportschiff, sondern eine Anlage zur Förderung, Verflüssigung, Lagerung und Umschlag von Erdgas. Also eigentlich eine Fabrik. Die Anlage ist 488 Meter lang und 74 Meter breit und damit der größte schwimmende Körper, den Menschen jemals erbaut haben. Sie soll in einem Gasfeld vor Australien fest verankert werden.

 
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