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Busse haben künftig Vorfahrt

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250 Baustellen in drei Jahren / Staus drohen durch Beschleunigungsprogramm

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Schneller wirds nur langsam: Damit Hamburgs Linienbusse deutlich flotter vorankommen, wird derzeit an vielen Ecken der Stadt gebuddelt. Die Arbeiten zum aufwändigen Umbau von Kreuzungen, Straßen und Haltestellen im Zuge des Busbeschleunigungsprogramms sind vollends angelaufen. Die ehrgeizige Rundum-Ertüchtigung bringt 250 Baustellen binnen drei Jahren - fast alle an Hauptrouten der Metropole.

Folge sind teils lange Staus, derzeit auf der Metrobuslinie 5. Die ist mit 60 000 Fahrgästen täglich zwischen Burgwedel und ZOB eine der meistgenutzten in Europa und wird als erste so umgestaltet, dass Busse "eingebaute Vorfahrt" erhalten. Dazu werden die Ampeln so geschaltet, dass sie stets Grün zeigen, sobald sich Busse nähern. Hinzu kommen zusätzliche Busspuren sowie der Rückbau von Haltebuchten. Das Kalkül: Halten Busse auf der Fahrbahn, fällt das Wiedereinfädeln und damit Wartezeit weg. Der Senat will die Fahrzeiten um bis zu 20 Prozent verkürzen und die Kapazität des Netzes entsprechend erhöhen.

"Wir sind im Zeitplan", zog Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof jetzt Zwischenbilanz des im September 2012 angelaufenen Programms. Für Autofahrer gilt das weniger. Sie müssen seit Herbst vor allem in Eimsbüttel, Hoheluft und Rotherbaum viel Geduld mitbringen.

Dieser Tage beginnt auch der Umbau des Siemerplatzes in Lokstedt, ein besonderes deutliches Beispiel für die gewollte Bevorzugung des Busverkehrs. Dieser erhält an der Großkreuzung nicht nur eine bevorrechtigte Ampelschaltung. Autos werden dort künftig auch zu Umwegen gezwungen, um Bussen auszuweichen. Linksabbieger aus Richtung City müssen fortan vor dem umgebauten Siemersplatz erst rechts abbiegen, dann wieder links, um schließlich geradeaus in die gewünschte Richtung zu gelangen. Auch aus der Gegenrichtung kann nur links abbiegen, wer einen Bogen fährt.

Auch an anderen Knotenpunkten ist manch Erstaunliches geplant. So sollen auf der Gründgensstraße, zentrale Achse der Hochhaussiedlung Steilshoop, Ampeln ganz wegfallen. Und auf der Feldstraße (St. Pauli) kommen die Radwege auf die Fahrbahn.

Derweil stehen die Termine für die nächsten Großbaustellen. Anfang Juni beginnen die Arbeiten im Bereich Kieler Straße/Stresemannstraße. 2014 folgt der busgerechte Umbau des Gänsemarktes in der Innenstadt.

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