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Behandlung wegen Erschöpfungszuständen : Burnout bei Kindern: Notendruck, Terminstress, Reizüberflutung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Burnout-Patienten werden immer jünger: „Eine erschöpfte Gesellschaft produziert erschöpfte Kinder“, sagt der Kinderpsychater Michael Schulte-Markwort.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2015 | 10:09 Uhr

Hamburg | Immer mehr Kinder leiden Experten zufolge unter so starken Erschöpfungszuständen, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Der Hamburger Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort vom Universitätsklinikum Eppendorf sprach gestern von „alarmierenden Symptomen der Erschöpfung“ bei Kindern. Selbst Grundschüler leiden demnach bereits unter dem sogenannten Burnout-Syndrom, das in den vergangenen Jahren eigentlich als typisches Problem der Erwachsenenwelt galt. „Eine erschöpfte Gesellschaft produziert erschöpfte Kinder“, warnt Schulte-Markwort. Ein bisher im Kinder- und Jugendalter unbekanntes Krankheitsbild sei in der Kindheit angekommen.

Wenn Kinder niedergeschlagen seien und weinten, an sich zweifelten oder nicht mehr essen und schlafen könnten, deute das auf einen Erschöpfungszustand hin. Es gebe ganz unterschiedliche Varianten, sie mündeten aber letztendlich auch bei Kindern alle in einer Erschöpfungs-Depression. Die Ursachen seien vielfältig, sagte Schulte-Markwort. Es gebe nicht die eine Ursache, sondern es sei ein ganzes „Puzzle, das sich aus Einzelteilen zusammensetzt“. Dazu zählen Terminstress, Reizüberflutung und Notendruck. Die Schule spiele eine besondere Rolle, da sich dort das Leistungsprinzip auf ungute Weise verdichte. Der Psychiater wünscht sich eine konstruktive und nicht vorwurfsvolle Debatte darüber, „welche Kinder wir eigentlich haben wollen – und welche Werte wir ihnen vermitteln“.

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