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14. Dezember 2017 | 16:36 Uhr

Bund setzt weiter auf A 20

vom

Der Norden profitiert laut Bundesverkehrsministeriums in den kommenden Jahren am meisten von neuen Infrastrukturprojekten

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Auch wenn die rot-grünen Regenten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen bremsen: Für den Bund hat der Bau einer westlichen Elbquerung (A 20) weiter Vorrang vor einer Elbbrücke östlich der Stadt im Zuge der A 21. "Erst kommt die A 20, dann die A 21, nicht nur zahlenmäßig", stellte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), gestern in Hamburg klar.

Am Rande eines Treffen der verkehrs- und hafenpolitischen Sprecher der Union in den fünf norddeutschen Landesparlamenten verwies Ferlemann auf die weit fortgeschrittenen Planungen für die Küstenautobahn A 20. In Kürze würden Planfeststellungsbeschlüsse für alle Abschnitte vorliegen, 2014 folge die Ausschreibung für den Glückstadt-Tunnel.

Ferlemann: "Der Bau einer östlichen Querung ist von Schleswig-Holstein ja nicht einmal als vordringlich für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden." Daher könne der Bund über dieses Projekt frühestens 2025 befinden.

Der CDU-Verkehrsexperte in Schleswig-Holstein, Hans-Jörn Arp, bespöttelte die von SPD, Grünen und SSW gebildete Landesregierung als "Küstennebelkoalition" und warf dieser vor, den Weiterbau der A 20 nur bis zur A 7 bei Bad Bramstedt voranzutreiben. Dennoch hätte die Landesregierung auch die Ostquerung bereits jetzt für den vordringlichen Bedarf bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) anmelden müssen, kritisierte Arp.

Mit der Bevorzugung der Westquerung widersprach der Staatssekretär Vertretern der norddeutschen Wirtschaft. Diese fordern angesichts der A 20-Hängepartie, zunächst die Ostbrücke bei Lauenburg anzugehen. Diese wäre mit geschätzt 300 Millionen Euro deutlich günstiger als der Tunnel westlich von Hamburg, der mit rund einer Milliarde Euro kalkuliert wird.

Ferlemann versprach, Norddeutschland werde bei der Verkehrsinfrastruktur künftig noch stärker im Fokus der Bundesregierung stehen. "Der Norden ist die Region, die wahrscheinlich auch im neuen Bundesverkehrswegeplan diejenige sein wird, wo am meisten Neu- und Ausbau stattfinden wird in ganz Deutschland." In den Küstenländern plane der Bund aktuell Dutzende Großprojekte. Schwerpunkt: Hinterlandanbindung der Seehäfen. Unter anderem werde das Verkehrsministerium 1,3 Milliarden Euro für Modernisierung und Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals bereitstellen.

Weitere Großvorhaben dienen der Entlastung des Schienenknotens Hamburg, etwa der Bau der S 4 nach Bad Oldesloe und der Y-Trasse. Und: Der Gast aus der Hauptstadt stellte Hamburg die Realisierung der Hafenquerspange in Aussicht und damit die Erfüllung eines jahrzehntelangen Wunsches. Der Bund wolle mit dem Bau der Hafenautobahn als Verbindung zwischen A 7 und A 1 "so schnell wie möglich beginnen". Auch einen möglichen Zeitpunkt für die Fertigstellung nannte Ferlemann: "Ich möchte da 2025 rüberfahren."

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