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Premiere an der Elbe : Box-WM 2017 in Hamburg: Warum das ein erster Olympia-Erfolg ist

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Russland und Usbekistan zogen ihre Bewerbung kurzfristig zurück. Hamburg plant weitere Bewerbungen.

Hamburg | Erster Volltreffer für Hamburgs Olympia-Kampagne in der internationalen Sportszene: Die Stadt hat am Dienstag den Zuschlag für die Amateur-Box-WM 2017 erhalten. In Katars Hauptstadt Doha entschied sich der Boxweltverband AIBA für den deutschen Bewerber als nächsten WM-Gastgeber. Die Konkurrenten Sotschi (Russland) und Taschkent (Usbekistan) hatten ihre Bewerbungen nach Hamburgs Präsentation am Morgen und noch vor der Abstimmung zurückgezogen; sie galten als chancenlos.

Die Ausrichtung der Box-WM ist für Hamburg wichtig, weil der deutsche Olympia-Kandidat auf der Weltbühne des Sports eine weitgehend unbekannte Nummer ist - ein vielleicht entscheidender Nachteil gegenüber den Mitbewerbern Paris, Los Angeles und Rom. Deshalb hat sich Hamburg auch für weitere Sport-Events beworben. Für die Handball-Frauen-WM 2017 möchte die Stadt Finale und Halbfinale austragen, bei der Männer-WM 2019 Vorrundenspiele und ein Halbfinale; das Finale ist bereits an Kopenhagen vergeben. Weiter auf dem Wunschzettel stehen die Rollstuhlbasketball-WM 2018, der Tischtennis-Weltcup 2016, die Beach-Volleyball World Tour 2016 sowie die Halbmarathon-WM 2020.

Es wird die erste Box-WM in Deutschland seit Berlin 1995 und die erste an der Elbe. Der Sieg von Doha ist Balsam auf die Wunden der Hamburger Olympia-Protagonisten nach der vor kurzem verpassten Ruder-WM 2019. „Ein großer Erfolg für den Hamburger Sport“, freute sich Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD). „Wir haben jetzt die große Chance, der Welt im Jahr 2017 zu zeigen, was wir können.“ Und Boden gutzumachen im Rennen um die Sommerspiele 2024. So waren Sportstaatsrat Christoph Holstein sowie die Spitze der Olympia-Bewerbungsgesellschaft in Katar anwesend, um das Interesse der Stadt an Großereignissen dieses Kalibers zu unterstreichen.

Deutschlands führende Boxfunktionäre reagierten euphorisch. „Ein bombastischer Erfolg dank der großartigen Arbeit unseres Bewerbungsteams. Jetzt haben wir die Chance, gemeinsam mit Hamburg Werbung für Olympia 2024 zu machen“, freute sich Jürgen Kyas, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV). DBV-Generalsekretär Michael Müller sprach von einer „historischen Entscheidung“.

Die Weltmeisterschaft soll im August 2017 über die Bühne gehen – nur Wochen vor der IOC-Entscheidung zur Olympiastadt 2024. Die Veranstaltung würde zum Probelauf für olympische Boxwettkämpfe. Als Veranstaltungsort sind die Messehallen vorgesehen, wo die Faustkämpfer auch bei Sommerspielen die Handschuhe schnüren würden. Zu der alle zwei Jahre ausgetragenen WM werden 500 bis 600 Sportler in elf Gewichtsklassen erwartet. Die Kosten sollen 4,4 Millionen Euro betragen.

Boxen hat erhebliches sportpolitisches Gewicht, die AIBA ist drittgrößter Verband im IOC. „196 Mitgliedsnationen sind ein Riesenpfand. In diesen Ländern wird über Hamburg gesprochen“, versicherte DBV-Funktionär Kyas.

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erstellt am 13.Okt.2015 | 13:48 Uhr

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