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Tauchereinsatz : Blind nach der Fliegerbombe tasten - Entschärfung in Hamburg-Allermöhe

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Im Dunkeln nach einer über 70 Jahre alten Bombe tauchen - ein kniffliger Einsatz für den Kampfmittelräumdienst.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 16:46 Uhr

Hamburg | Experten der Hamburger Feuerwehr haben am Mittwoch in Hamburg-Allermöhe einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Der etwa 250 Kilo schwere Sprengkörper wurde auf einer Baustelle nahe der Autobahn 25 gefunden, wie die Feuerwehr mitteilte. Die englische Fliegerbombe lag in einer mit Wasser gefüllten Baugrube in sieben Meter Tiefe. Sie musste zunächst gehoben werden, wie Sprengmeister Hermann Borelli erläuterte. Dann wurde der Zünder mit einem Hochdruckwasserstrahlgerät herausgefräst und anschließend der Detonator des Zünders in sicherer Entfernung gesprengt.

Es sei nicht alles nach Plan verlaufen, sagte Borelli. Zunächst habe ein Taucher die Bombe unter Wasser ein zweites Mal erkunden und ein Seil befestigen müssen. Bei solchen Tauchgängen könne der Kampfmittelexperte unter Wasser nichts sehen, er könne nur tastend vorgehen, erläuterte ein Feuerwehrsprecher. Auch das Heben und Positionieren des Blindgängers sei schwierig gewesen. Bereits für den ersten Tauchgang waren Schachtringe um den Sprengkörper gelegt worden.

Nach der Entschärfung wurde die kurzzeitige Sperrung der Autobahn 25 (Moorfleth-Geesthacht) aufgehoben. Auch knapp 20 Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurück.

Der Blindgänger war bei Sondierungsarbeiten gefunden worden. Experten hatten alte Luftbilder der Alliierten ausgewertet und zu Recht vermutet, dass an der Stelle ein nicht explodierter Sprengkörper liegen müsse. Erst eine Woche zuvor hatte der Kampfmittelräumdienst eine 500-Kilo-Bombe mitten in einem Wohngebiet im Stadtteil Wilhelmsburg entschärft. Sie war auf die gleiche Weise entdeckt worden.

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