BGH: Höherer Unterhalt bei Schreib-Schwäche

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07. August 2013, 03:59 Uhr

Karlsruhe | Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche können von ihren getrennt lebenden Eltern für einen privaten Förderunterricht höhere Unterhaltszahlungen verlangen. Denn die Förderung stellt einen Mehrbedarf des Kindes dar, den die Eltern anteilig nach ihren Einkommen decken müssen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (AZ: XII ZB 298/12). Im konkreten Fall ging es um einen 16-jährigen Jungen aus Hamburg, der wegen seiner Lese-Rechtschreib-Schwäche 2011 eine Therapie an einem privaten Lehrinstitut gemacht hat. Der Junge lebt bei seinem Vater. Von der Mutter des Kindes verlangte dieser nun höhere Unterhaltszahlungen wegen des Mehrbedarfs des gemeinsamen Kindes. Doch die Mutter weigerte sich. Ihr Sohn hätte eine viel günstigere staatliche Förderung erhalten können. Das sahen die Richter anders: Da der Jugendliche bereits zwischen der fünften und siebten Klasse ohne Erfolg öffentliche Förderungsmaßnahmen durchlaufen hat, sei ein Unterricht an einem privaten Lehrinstitut nun begründet.

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