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Einsturzgefahr : Bewohner der „Esso-Häuser“ suchen neue Wohnungen

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Im Dezember wackelten die Wände der „Esso-Häuser“. Ein Viertel der Bewohner hat noch keine Ersatzwohnung. Der Abbruch der maroden Häuser beginnt in der nächsten Woche.

Hamburg | Knapp zwei Monate nach Evakuierung der einsturzgefährdeten „Esso-Häuser“ an der Hamburger Reeperbahn hat knapp ein Viertel der Bewohner noch keine Ersatzwohnung. Wie die Bayerische Hausbau als Eigentümerin am Freitag mitteilte, sind von den 86 Haushalten inzwischen 61 mit Ersatzwohnungen versorgt worden.

50 Mieter seien bereits umgezogen, bei den übrigen stehe dies bis spätestens 1. Mai an. „Da wir mit weiteren fünf Mietern Sondervereinbarungen schließen, sind gerade einmal 20 Mietparteien und damit weniger als ein Viertel noch ohne Ersatzwohnung“, betonte Sprecher Bernhard Taubenberger.

Die „Esso-Häuser“ am Spielbudenplatz waren Mitte Dezember mitten in der Nacht wegen „wackelnder Wände“ zwangsgeräumt worden. Eine Gebäude-Prüfung ergab später in der Tiefgarage neue Haarrisse sowie Betonstaub. Die Mieter wurden teils in Notunterkünfte gebracht.

Monate zuvor waren bereits die Balkone gesperrt worden, ein Gutachten hatte von einer kritischen Bausubstanz gesprochen. Um die Häuser gibt es seit Jahren Streit. Mieter und Anwohner-Initiativen beklagen, dass die Gebäude in der Vergangenheit unter den Augen der Stadt von den Eigentümern mutwillig dem Verfall preisgegeben worden waren, um sie abreißen und stattdessen Luxuswohnungen bauen zu können.

Auf Demonstrationen wurde mehrfach auf eine drohende Vertreibung der alteingesessenen Bevölkerung hingewiesen. An diesem Samstag will sich erneut eine Stadtteilversammlung mit dem Thema befassen. Die Bayerische Hausbau verwies dagegen darauf, dass 41 Mieter im angestammten Stadtteil St. Pauli eine Ersatzwohnung erhalten hätten, acht seien in Altona untergekommen. Lediglich zwölf Mietparteien seien - auf eigenen Wunsch - in andere Stadtteile gezogen. Mit Blick auf die maroden Gebäude, in denen auch der bekannte Musikclub „Molotow“ untergebracht war, erklärte Taubenberger, dass die Abbrucharbeiten kommende Woche starten würden. Bis Mitte April soll von den Häusern nichts mehr übrig sein.

Einen genauen Zeitplan für den Neubau gebe es noch nicht. Die Bayerische Hausbau will auf dem Gelände Wohnungen mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt 19 500 Quadratmetern errichten. Der Gewerbeteil soll 5000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche betragen.

Die Wohnungen sollen dabei zu einem Drittel öffentlich gefördert, zu einem Drittel frei finanziert und zu einem Drittel als Eigentumswohnungen verkauft werden. Der Bezirk Mitte hatte zuletzt dagegen 50 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen verlangt. „Dies ist für uns wirtschaftlich nicht darstellbar“, erklärte Taubenberger.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 14:06 Uhr

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