Hamburg : Bewährung für Handel mit verbotenem Pflanzengift

Er verkaufte tonnenweise verbotene und hochgiftige Pflanzenschutzmittel an Kunden in ganz Deutschland und Europa: Der 67-Jährige wurde nun zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

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04. Januar 2012, 09:43 Uhr

Hamburg | Der Mann muss zudem mehr als 340.000 Euro zahlen, die Summe setzt sich aus den Erlösen der Straftaten und Geldbußen zusammen. "Dem Angeklagten wird praktisch sein ganzes Vermögen weggenommen", sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Hamburg.
Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der nicht vorbestrafte Kaufmann gegen das Chemikaliengesetz verstoßen hatte. Der Mann habe unter anderem das gefährliche und krebserregende Pestizid Nikotinsulfat aus China eingeführt und an Gartenbaubetriebe weiterverkauft. "Der Angeklagte ließ auf Bitten seiner Kunden Umetikettierungen vornehmen", sagte der Vorsitzende Richter. Auf den Fässern stand die Bezeichnung "Alzogur", das weniger gefährlich ist als Nikotinsulfat. Dieses Pestizid ist seit Mitte 2008 in Deutschland verboten. Zudem habe der 67-Jährige bei einer Straftat mehr als 1000 Liter des ebenfalls verbotenen, sehr giftigen und krebserregenden Insektizids Lindan veräußert. Die Kammer verurteilte ihn außerdem wegen Urkundenfälschung.
"Damit haben Sie Boden gutgemacht"
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren für angemessen gehalten. Die Verteidigung hatte kein konkretes Strafmaß gefordert. Sie ließ offen, ob sie in Revision gehen will.
Der Angeklagte hatte in dem Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. "Damit haben Sie Boden gutgemacht", sagte der Vorsitzende Richter zu dem Angeklagten. Zudem habe dieser Reue gezeigt.

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