Gekennzeichnete Oberleitungen : Bahn kämpft mit künstlicher DNA gegen Diebe

Erst unter UV-Licht werden Spuren sichtbar. Foto: ACTC / Ph. Cachée
Erst unter UV-Licht werden Spuren sichtbar. Foto: ACTC / Ph. Cachée

Kabel und Oberleitungen der Bahn werden nun auch in Hamburg und Schleswig-Holstein mit künstlicher DNA markiert. Sie soll vor Dieben schützen.

Avatar_shz von
24. Mai 2012, 12:02 Uhr

Hamburg | Die Bahn hat die Faxen dicke. Im Kampf gegen immer dreister vorgehende Metalldiebe setzt das Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein nun künstliche DNA ein. "Wir markieren damit Kabel und Oberleitungen", bestätigt Bahn-Sprecher Andreas Sahlmann. Das unsichtbare Genmaterial haftet nicht nur am Diebesgut, sondern auch an Fingern und Werkzeug der Täter. Mit Hilfe von UV-Licht lässt sich später die DNA sichtbar machen, die aufgrund ihres individuellen Codes zur gerichtsfesten Überführung von Dieben und Hehlern führen soll. In den Niederlanden und in Großbritannien werden die sogenannte DNA-Duschen bereits als Wundermittel gegen Einbrecher und Diebe gefeiert.
Elf Millionen Euro Schaden entstehen der Bahn bundesweit alljährlich durch den Diebstahl von Kupferkabeln und Oberleitungen, ja ganzer Gleise. Tendenz: stark steigend. Wegen hoher Rohstoffpreise lassen sich Buntmetalle auf dem Schwarzmarkt bestens versilbern. Bahn-Sprecher Andreas Sahlmann: "Wir werden zunächst die neuralgischen Stellen in unserem Netz in Norddeutschland mit künstlicher DNA markieren." Gemeint sind schwer kontrollierbare Streckenabschnitte, an denen die Langfinger besonders gern zuschlagen.
Möglicherweise wird es DNA-Fallen demnächst in ganz Hamburg geben. In seinem Regierungsprogramm hat der Senat angekündigt, das Ausbringen künstlichen Erbguts zu prüfen. Denkbar wäre ein Einsatz in Schulen und in städtischen Wohnungen. Noch wartet die Innenbehörde auf die Ergebnisse eines entsprechenden Pilotversuchs in Bremen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen