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Nach UKSH-Skandal in Kiel : Asklepios-Klinik und UKE kämpfen gegen multiresistente Keime

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Hamburger Ärzte entdeckten bei fünf Patienten multiresistente Keime.

Hamburg | Bei 18 schwer kranken Patienten in zwei Hamburger Krankenhäusern sind in den vergangenen Wochen zwei verschiedene multiresistente Keime festgestellt worden. Im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) infizierten sich drei Patienten mit dem Keim 4MRGN-Klebsiella pneumoniae, teilte das UKE mit. Drei weitere seien Träger des Keims gewesen, darunter eine ältere schwer kranke Frau, die nach einem chirurgischen Eingriff ohne Einwirkung des Erregers starb. Der ebenfalls resistente Keim VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) sei bei sieben weiteren Patienten festgestellt worden. Auch sie seien durch den Keim nicht zu Schaden gekommen. Eine UKE-Sprecherin betonte am Freitag, dass die Klinik die Öffentlichkeit bereits eine Woche zuvor unterrichtet habe.

In der Asklepios-Klinik Barmbek wurden fünf Schwerkranke positiv auf 4MRGN-Klebsiella pneumoniae getestet. Vier von ihnen seien nur Träger des Keims gewesen, ein weiterer Patient habe sich mit dem Erreger infiziert, sagte ein Kliniksprecher. Zwei der Keimträger seien gestorben, aber nachweislich nicht daran, sondern an ihrer Grunderkrankung. Einer von ihnen sei ein Patient aus Russland gewesen, der im Januar als Notfall mit einem Darmdurchbruch aufgenommen wurde.

Als die Klinik erfahren habe, dass der russische Patient schon in seinem Heimatland im Krankenhaus war, sei er auf den Keim getestet und isoliert worden. Ein Krisenstab aus Experten habe weitere Maßnahmen veranlasst. Auch das Gesundheitsamt sei laufend informiert worden. „Durch die unverzüglich eingeleitete Isolierung der betroffenen Patienten und die Verschärfung unserer Hygienemaßnahmen haben wir die Situation schnell unter Kontrolle bekommen“, sagte die Leiterin der Asklepios-eigenen Laborgesellschaft Medilys, Susanne Huggett.

Im UKSH in Kiel waren von insgesamt 31 Patienten, die positiv auf den multiresistenten Keim getestet wurden, gestorben. Die jüngsten Zahlen stammen von Anfang der Woche: Noch 15 Patienten lagen auf isoliert auf der Intensivstation. Neun starben nach Klinikangaben definitiv nicht wegen des Keims, sondern infolge ihrer Erkrankungen. Vier Patienten wurden entlassen.

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erstellt am 06.Feb.2015 | 16:56 Uhr

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