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Konzert in Hamburg : Alligatoah - der Imperator mit der flinken Zunge

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Alligatoah begeistert bei seinem Konzert in Hamburg 7000 meist junge Zuschauer.

Hip-Hop hat in Deutschland eine lange und große Tradition. Momentan stehen Rapper wie Cro oder Casper hoch im Kurs. Doch auch Alligatoah darf sich einreihen in die Phalanx zeitgenössischer Künstler, die mit Sprechgesang und wilden Shows Horden von Teenagern und Heranwachsenden entzücken. Was ist noch Rap mit Glaubwürdigkeitsfaktor, was schon seichter Kommerzpop, von treibenden Beats flankiert?, lautet nicht nur musikalisch die Frage. Doch wenn 7000 Zuschauer in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle zwei Stunden die Hände in die Höhe recken, fast jede Textzeile mitsingen und die Hütte mächtig dampft, muss Alligatoah, bürgerlich Lukas Strobel aus Niedersachsen, auch einiges richtig machen.

Seit zehn Jahren existiert dieses Projekt zwischen Reimen, Mixen, Battle, also Reim-Schlacht, und handgemachter Musik, Alligatoah heimste mächtig Awards und TV-Preise ein und baute sich auch über Videos eine krachende Fangemeinde auf. Auf seiner „Himmelfahrstkommando-Tour“ trumpfte er im Kostüm als römischer Imperator auf einer fünf Meter hohen Tribüne auf und spielte seine teilweise für die Fangemeinde fast schon hymnischen Lieder. Er sang von „Streitwagen“, „Bester in der Schule sein“ und dem „Recht zu schweigen“. „Mein Gott hat den Längsten“, ist einer seiner größten Hits, hierbei trug er eine schwarze Maske. Alligatoah ritt auf einer goldenen Kuh, battelte mit einem Degen einen Rap-Kumpanen nieder, seine Musiker-Kollegen trugen Engels-Flügel und Sprengstoff um die Hüften. Schließlich war das Label Aggro Berlin einer seiner wichtigen Einflüsse.

Doch waren auch die Popeinflüsse und somit seichter Untergrund unverkennbar. Recht melodiöse Songs also, kein wirklicher Reptilien-Rap. Der Gesang wurde flankiert von Drummer, Flötist, Klarinette und Gitarre. „Das Leben ist kein Tanzverein“, intonierte der Künstler im Song „Selbstbefriedigung“, Horden 16- bis 20-Jähriger sangen mit. Alligatoah hat bisher vier Alben veröffentlicht, Höhepunkt des Konzertes war der Song „Willst du“ seiner dritten Platte „Triebwerke. Man darf auch die Lyrik solch zeitgenössischer Acts für junge Leute nicht unterschätzen, der Identifikationsgrad der jungen Fans war riesig.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 17:22 Uhr

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