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Hamburg : Abzocke auf dem Kiez: Barbesitzer wehrt sich gegen Schließung

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Die Fälle von Abzockerei und Gewalt in Tabledance-Bars auf dem Hamburger Kiez häufen sich. Die Behörden greifen durch: Der Bezirk Mitte hat den Bars "Barracuda" und "Baby Doll" die Betriebserlaubnis entzogen.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 08:48 Uhr

Hamburg | Der Mann wäre an seinem Erbrochenen fast erstickt. Stundenlang lag der Schwede völlig betrunken und bewusstlos im Hinterzimmer einer Tabledance-Bar an der Reeperbahn. Stimmt es, was die Polizei vermutet, war der Kiezbummler Opfer des Personals in dem Striplokal geworden. Die Animiermädchen und Türsteher sollen den Gast erst abgezockt und dann wohl mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt haben.

Für fünf Flaschen Champagner und sechs Flaschen Billigsekt der Hausmarke berechnete die Bardame 6000 Euro. Dann der Filmriss bei dem Schweden, der später feststellen musste, dass in jener Nacht mit seiner EC-Karte knapp 8000 Euro abgehoben worden waren.

Tabledance-Bars geschlossen

Der Fall aus dem Januar ist ein drastischer, beileibe aber nicht der einzige von Abzockerei und Gewalt in Kaschemmen des Hamburger Rotlichtviertels. Allein im ersten Halbjahr 2013 nahm die Davidwache mehr als 800 Betrugsanzeigen auf - darunter etliche wegen Nepps in einem knappen Dutzend Bars auf St. Pauli. Die Dunkelziffer dürfte vielfach höher liegen. Die meisten Betrogenen gehen aus Scham und Angst nicht zur Polizei. Immer häufiger werden Gäste nicht nur über den Tisch gezogen, sondern massiv bedroht oder gar angegriffen, wenn sie nicht zahlen.

Jetzt greifen die Behörden zu ihrem schärfsten Schwert. Der Bezirk Mitte hat gegen den Besitzer der als besonders übel geltenden Tabledance-Bars "Barracuda" und "Baby Doll" den Entzug der Betriebserlaubnis verfügt. Begründung: Die Geschäftspraktiken zielen darauf ab, "den Gast durch überhöhte und verschleierte Getränkepreise, undurchsichtige Bestellvorgänge und rüde Inkasso methoden zu übervorteilen und zu schädigen." Die Schließung dreier anderer St. Pauli-Bars wird geprüft.

Ein Selbstgänger ist der Schlag gegen die mutmaßlichen Nepper-Schuppen freilich nicht. Der Betreiber von "Barracuda-Bar" und "Baby Doll" hat bereits Widerspruch eingelegt. So wird am Ende wohl ein Gericht über die Schließung entscheiden. Ausgang offen.

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