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Gymnasium Hamburg-Niendorf : 45 Schüler auf Abi-Streich vergiftet – aber womit?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Abi-Streich am Gymnasium Bondenwald läuft aus dem Ruder. Etliche Schüler klagen über Vergiftungserscheinungen. Doch weder Alkohol noch Drogen oder K.o.-Tropfen werden in ihrem Blut gefunden.

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erstellt am 10.04.2014 | 19:30 Uhr

Hamburg-Niendorf | „Das ist ein Großeinsatz, hier in der Schule läuft nichts mehr“, sagt Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Auf dem Schulhof und um das Gelände des Gymnasiums Bondenwald in Hamburg-Niendorf stehen 30 Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Allein von der Feuerwehr sind 50 Kräfte vor Ort. Sie kümmern sich um Schüler der fünften, sechsten und siebten Klassen mit Vergiftungserscheinungen. „Wir hoffen, dass es sich ‚nur‘ um Alkohol handelt“, sagt Schneider. Im Toxikologischen Institut des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) werden Proben untersucht. Ein erstes Testergebnis deutet auf Wodka hin. „Das muss aber nicht endgültig sein“, sagt Schneider am späten Nachmittag.

Was ist passiert? Die Abiturienten des Gymnasiums Bondenwald haben Donnerstagvormittag in der Schule gefeiert. Kurz nach 12 Uhr klagen die ersten jungen Schüler über Bauch- und Kopfschmerzen. Insgesamt betreut die Feuerwehr bis zum Einsatzende um 15.40 Uhr 45 Kinder. 32 müssen in Krankenhäuser gebracht werden. Die Vermutung: Auf der Feier haben ältere Schüler jüngeren „was zu trinken“ gegeben, vermutlich Wodka mit Cola und ähnliche Getränke. Schneider: „Wir haben bei Einsatzbeginn sofort Proben der Getränke genommen und sie ins Toxikologische Institut gebracht.“

Doch am Abend die überraschende Wende: Eine der Kliniken des Asklepios-Konzerns, in der vier Kinder behandelt werden, kann den Verdacht des Alkoholkonsums nicht bestätigen. In Blut- und Urinproben seien weder Alkohol noch Drogen gefunden worden, sagt ein Kliniksprecher. Auch das UKE kann kein Alkohol nachweisen, berichtet der NDR. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen.

So ein Fall sei bisher in Hamburg einzigartig, sagt der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht. Alle Möglichkeiten, solche Vorfälle zu verhindern, habe die Schule bereits ergriffen. Auf dem Schulgelände gilt ein absolutes Alkoholverbot. Die Schulbehörde prüft nun Konsequenzen, falls sich bestätigen sollte, das ältere Schüler hinter der Aktion stecken. Das Problem sei, dass die üblichen Strafen wie ein Schulverweis bei Abiturienten nicht greifen, sagte Albrecht.

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