zur Navigation springen

Mahnmal-Enthüllung : 18 Monate Haft für Pfefferspray-Attacke

vom

Bei der Enthüllung eines Mahnmals in Hamburg wurden im September 2012 Besucher durch Pfefferspray verletzt. Um Politik sei es ihm nicht gegangen, sagt der Angeklagte. Der Richter spricht von einem "schrecklichen Geschehen".

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 11:59 Uhr

Für eine Pfefferspray-Attacke bei der Enthüllung eines Mahnmals für ehemalige Zwangsarbeiter und das Verbreiten von Nazi-Propagandamitteln ist ein 43 Jahre alter Hamburger zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Der Angeklagte gestand die Taten am Mittwoch bei dem Prozess vor dem Amtsgericht Hamburg-Bergedorf gestanden, bestritt aber einen politischen Hintergrund. Der Richter sprach in der Urteilsbegründung von einem „unverständlichen, schrecklichen Geschehen“. Der Angeklagte habe bei dem Festakt vor einem Jahr gezielt frühere Zwangsarbeiter aus Polen angegriffen, die als Ehrengäste in der ersten Reihe saßen.

Bei der Attacke  wurden insgesamt zehn Menschen verletzt. Der Mann habe zudem im Februar 2012 Flyer mit der Hakenkreuz-Fahne und der antisemitischen Aufschrift „Die Juden sind unser Unglück!“ an den in Brandenburg inhaftierten Rechtsextremisten Horst Mahler geschickt.

„Mein Handeln hatte aber keinen politischen Hintergrund“, hieß es in einer Erklärung des 43-Jährigen, die sein Anwalt zum Prozessauftakt am Mittwoch verlas. Er schäme sich heute für die Attacke und begründete sie mit Depressionen und Alkoholproblemen. Der Mann musste sich vor dem Amtsgericht Bergedorf unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Der 43-Jährige war zudem wegen Volksverhetzung und Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen angeklagt. Anfang 2012 soll er 15 Flyer mit der nationalsozialistischen Hakenkreuz-Fahne und der antisemitischen Aufschrift „Die Juden sind unser Unglück!“ an den in Brandenburg inhaftierten Rechtsextremisten Horst Mahler geschickt haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sollte dieser die Blätter an andere Gefangene verteilen. Als Absender benutzte der Angeklagte allerdings einen anderen Namen. Der Mann räumte ein, die Post an Mahler verschickt zu haben. Es sei ihm aber klar gewesen, dass die Sendung kontrolliert und gar nicht zu den Häftlingen gelange werde. Die Tat habe lediglich ein Racheakt an einem Bekannten sein sollen, dessen Namen er als Absender benutzte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen