Prozess gegen drei Syrer : Mehrjährige Haftstrafen im Hamburger IS-Prozess

Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg. /Archiv
Am Montag fällt das Urteil am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer nach Deutschland gereist waren, um sich für Anschläge bereitzuhalten.

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12. März 2018, 12:19 Uhr

Hamburg | Wegen ihrer Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sind drei Syrer am Montag in Hamburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Gegen den mit 27 Jahren ältesten Beschuldigten verhängte der Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichtes eine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren. Die Bundesanwaltschaft forderte acht Jahre. Die beiden anderen zum Tatzeitpunkt minderjährigen Angeklagten wurden jeweils zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer im November 2015 auf Veranlassung des IS von Syrien nach Deutschland gereist waren, um sich für Anschläge bereitzuhalten. Sie seien „Schläfer“ gewesen und hätten in Deutschland auf Instruktionen des IS warten sollen, sagte der Vorsitzende Richter. In der Urteilsbegründung führte er aus, die mehr als 30 Verhandlungstage hätten „der Zusammensetzung eines Puzzles aus vielen kleinen Teilen“ geglichen.

Einzig der 27-Jährige hatte kurz vor Ende des Prozesses seine Mitgliedschaft in der Terrormiliz gestanden, die anderen beiden Angeklagten schwiegen. Das Geständnis sei teilweise taktischer Natur gewesen, sagte der Richter. Die Angeklagten können innerhalb einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.

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