ICE-Reisen : Mehr Zeit für die Kunden: Bahnreisende checken sich selbst ein

Bahn

Deb Selbst-Check-in gibt es bisher auf sechs Verbindungen, davon drei ab Hamburg.

Bahnreisende im ICE müssen ihr Ticket künftig nicht mehr vorzeigen, wenn sie sich online eingecheckt haben.

shz.de von
18. Mai 2018, 18:18 Uhr

Hamburg | „Den Fahrschein, bitte“ – diesen Satz werden künftig immer weniger Zugfahrgäste hören. Die Deutsche Bahn bietet bis Ende Juni in allen ICE den so genannten Komfort Check-In an. Wer sein Ticket per Smartphone kauft und dazu einen Sitzplatz reserviert, wird vom Schaffner nicht mehr kontrolliert. „Das Angebot bietet einen echten Mehrwert“, versprach Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis bei der Vorstellung am Bahnhof Hamburg-Altona.

Schon seit einigen Monaten testet die Bahn den Service auf einzelnen ICE-Strecken. Eine Pflicht zum Onlineticket besteht bisher jedoch nicht. „Der Kunde hat weiterhin die Wahl zwischen selbst einchecken und Ticketprüfung“, sagte Meyer-Lovis. Das Verkehrsunternehmen geht aber von einer erheblichen Nachfrage aus. „Das Interesse wird massiv zunehmen.“

So funktioniert es

Das Prozedere: Fahrgäste mit digitalem Ticket wählen in der DB-Navigator-App den Komfort Check-in und reservieren ihren festen Platz. Im Zug angekommen, checkt der Fahrgast selbst per Handy ein, dem Zugbegleiter wird das elektronisch angezeigt. Eine Kontrolle ist überflüssig. Extrakosten entstehen dem Nutzer nicht. 

Die Neuerung soll Fahrgästen vor allem störungsfreies Fortkommen sichern. Weder beim Schlafen noch beim Musikhören oder Telefonieren werden die Passagiere vom Kontrolleur unterbrochen. Zugleich gewinnen die Schaffner Zeit für „persönlichen Kundenservice“, so hofft die Bahn. Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr: „Das entspricht voll und ganz unserem Gastgeberverständnis, und ist ein weiterer Meilenstein in Richtung digitale Bahn.“

Den Selbst-Check-in gibt es bisher auf sechs Verbindungen, davon drei ab Hamburg. Im Einzelnen sind dies die Strecken Hamburg-Stuttgart, Hamburg-Basel, Hamburg-München sowie Berlin-Frankfurt/Main, Dortmund-Stuttgart und Wiesbaden-Erfurt. Während der Einführungsphase beraten zusätzliche Servicekräfte die Fahrgäste zum neuen Angebot. Bewährt sich der digitale Service, will die Bahn diesen ab 2019 auf weitere Ticketarten ausweiten.

Der Service wird in den kommenden sechs Wochen nach und nach bundesweit im gesamten ICE-Netz eingeführt. Die freigeschalteten Zugnummern gibt's unter: www.bahn.de/komfortcheckin.

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