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ÖPNV-Sicherheit : Mehr Sicherheitskräfte für Hamburgs U- und S-Bahnen

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Sie fahren in den Bahnwagen mit und sorgen für Recht und Ordnung. Der Senat finanziert 30 der 50 neuen Stellen.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 18:42 Uhr

Hamburg | Hamburg will Fahrgäste in den U- und S-Bahnen der Metropolregion besser vor Straftaten schützen. Im Rahmen ihrer Sicherheitspartnerschaft stocken Stadt und Verkehrsunternehmen die Zahl der Sicherheitskräfte im Nahverkehr um 50 Stellen auf, so haben es die Verantwortlichen am Montag angekündigt: 30 Stellen entfallen auf die Hochbahn, 20 auf die S-Bahn. Damit wächst das Personal auf insgesamt 590 Mitarbeiter, 300 bei der Hochbahnwache, 290 beim Sicherheitsservice der S-Bahn.

Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) nannte die seit 2011 bestehende Sicherheitspartnerschaft eine bundesweit beachtete „Erfolgsgeschichte“. Er rechne damit, dass die Zahl der HVV-Fahrgäste von derzeit 770 Millionen im Jahr weiterhin deutlich ansteigen werde. „Hierfür brauchen wir weitere Profis, die den Passagieren zur Seite stehen und Fahrgastströme klug und umsichtig lenken.“ Der Senat finanziert 30 der 50 neuen Stellen und investiert dafür 1,3 Millionen Euro jährlich.

Mehr Sicherheit seit sechs Jahren

Auslöser der Sicherheitsoffensive 2011 war der Messermord an einem 19-Jährigen in der Station Jungfernstieg, der für großes Entsetzen in der Stadt gesorgt hatte. Der Senat reagierte mit der Bereitstellung von Mitteln für 110 Sicherheitskräfte zusätzlich zu den vorhandenen bei Hochbahn und S-Bahn. Seither, so S-Bahn-Hamburg-Geschäftsführer Kay Uwe Arnecke, bewege sich die Kriminalität im ÖPNV der Metropole und des Umlandes „konstant auf einem niedrigen Niveau“. Allerdings: Aktuelle Zahlen zu Straftaten in den Schnellbahnen nennt der Senat nicht. Die Polizei erfasse diese Delikte nicht gesondert.

Die neuen Mitarbeiter bei der Hochbahnwache durchlaufen zunächst eine sechsmonatige Ausbildung, erläuterte Claudia Güsken, Hochbahn-Vorstand. „Das reicht von Konfliktmanagement bis Selbstverteidigung.“ Waffen tragen die ÖPNV-Sheriffs nicht, allerdings sind sie zum Selbstschutz mit Pfefferspray und Gummiknüppeln ausgerüstet, für vorläufige Festnahmen auch mit Handfesseln. Und: Zur Truppe gehören auch 15 Diensthunde. Dabei schreiten die Mitarbeiter nicht nur ein, wenn es Randale gibt, sie stehen auch als Auskunftspersonen zur Verfügung und sollen allein durch ihre Präsenz dafür sorgen, dass sich Passagiere nicht unwohl fühlen.

Wirksamere Videoüberwachung durch mehr Personal

Eingesetzt wird das Sicherheitspersonal vor allem an den Brennpunktbahnhöfen Jungfernstieg, Reeperbahn, Landungsbrücken und Hauptbahnhof. Vor allem zu Großveranstaltungen und nachts gelte höchste Aufmerksamkeit. S-Bahnchef Arnecke: „Dann fahren in jedem ersten S-Bahnwagen Sicherheitskräfte mit.“

Die personelle Verstärkung soll bei der S-Bahn zudem helfen, die Videoüberwachung wirksamer zu gestalten. Arnecke. „Alle Züge sind inzwischen mit Überwachungskameras ausgestattet. Künftig gibt es mehr Personal in der Betriebszentrale, um die Bilder auszuwerten.“

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