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Airport Fuhlsbüttel : Mega-Baustelle am Hamburger Flughafen: Der Betrieb darf dennoch nicht stillstehen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

330.000 Quadratmeter Betonfläche und die technische Infrastruktur darunter werden ausgetauscht. 2020 sollen die Arbeiten fertig sein.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 09:29 Uhr

Hamburg | Eines hat der Hamburger Flughafen mit der A7 gemeinsam: Beides sind Mega-Baustellen „unter dem rollenden Rad“. Wie auf der Autobahn laufen auch am Airport Fuhlsbüttel großangelegte Bauarbeiten, ohne dass der Betrieb stillstehen darf. Seit gut anderthalb Jahren erneuert der Flughafen Stück für Stück sein komplettes Vorfeld. Nach fast 60 Jahren und sechs Millionen Flugzeugbewegungen sind 330.000 Quadratmeter Betonfläche für einen Austausch fällig, samt der darunter liegenden technischen Infrastruktur. „Das ist ein Riesenaufwand“, berichtete der Leiter der Airport-Abteilung Tiefbau-Projekte, Jochen Schröder, bei einem Ortstermin. 120 Millionen Euro investiert der Flughafen in die Grundinstandsetzung, die 2020 abgeschlossen sein soll.

Damit sich Flugbetrieb und Baustelle einigermaßen vertragen, haben die Planer die Sanierung in zehn Phasen zerlegt, die nacheinander abgearbeitet werden. Derzeit läuft Abschnitt 4 vor der Pier des Terminals 1. Der Beton wurde dort weitflächig aufgebrochen und abtransportiert, die Grube rund einen Meter tief ausgeschachtet. Nun folgt die Verfügung mit Kiessand und einer Tragschicht, obendrauf eine neue Betonlage. Im Unterbau werden Regenwassersiele und Kabeltrassen für die Unterflurfeuer verlegt. Stefan Dechow, Abteilungsleiter Aviation Development: „Wir nutzen die Instandsetzung, um das Befeuerungssystem ,Follow the Greens’ zu installieren.“ Das gebe es weltweit nur in Dubai. Das Prinzip: Grüne Lichter in Vorfeldoberfläche zeigen den Piloten den Weg zur zugewiesenen Start- oder Abstellposition, das spart Personal für die Einweisung.

Dechow ist dafür verantwortlich, dass sich die Einschränkungen für Passagiere während der Sanierung in Grenzen halten. Vier von insgesamt 15 Fluggastbrücken fallen aktuell wegen der Arbeiten vor dem Terminal 1 aus, was nicht ohne Folgen bleibt. Airport-Sprecherin Janet Niemeyer: „Die Bauarbeiten sind ein Grund dafür, warum es zeitweise zu Verzögerungen beim Transport von Koffern und Reisenden zu Terminals und Flugzeugen kommt.“

Auch die Belange der Flughafenanwohner habe man im Blick, versicherte Dechow. Das gelte beispielsweise für den Bauabschnitt 5 ab Dezember. Der betreffe einen Teil der Rollbahnen, dennoch: „Wir organisieren die Arbeiten so, dass es zu keinen längeren Sperrungen von Pisten kommt.“ So werde vermieden, dass Anrainer der anderen Flugrichtungen vermehrt unter Fluglärm leiden müssen. Tiefbauchef Schröder betont derweil, es handele sich um die „sicherste Baustelle Hamburgs“. Warum? „Nicht nur alle Arbeiter und Baufahrzeuge werden streng kontrolliert, auch das gesamte Baumaterial wird durchleuchtet. So wie jeder Koffer am Flughafen.“

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