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Vorsorge für Terror-Fall : Medienbericht: Kriegsschiff soll G20-Gipfel in Hamburg schützen

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Das Schiff der deutschen Marine soll die Regierungschefs während des Gipfels zu jeder Zeit in Sicherheit bringen können.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2017 | 14:01 Uhr

Hamburg | Wenn am 7. und 8. Juli die mächtigsten Menschen der Welt in Hamburg zusammenkommen, werden nicht nur 15.000 Polizisten den G20-Gipfel bewachen, sondern offenbar auch ein deutsches Kriegsschiff. Das will der „Focus“ erfahren haben und beruft sich dabei auf hochrangige Sicherheitskreise der Bundesregierung. Demnach soll ein Kriegsschiff der Marine in den Hamburger Hafen verlegt werden, um die Staats- und Regierungschefs im Falle eines Terroranschlags in Sicherheit zu bringen. Man müsse das Unmögliche denken, wird ein Regierungsbeamter zitiert.

Die Bedrohungslage für Hamburg ist während des Gipfels hoch. Die Regierungschefs wie Wladimir Putin und Donald Trump sind besonders in Gefahr. Es wird mit einer Welle der Gewalt durch Linksextremisten gerechnet, doch auch Terroranschläge sind nicht auszuschließen.

Das Schiff soll laut Bericht von Spezialkräften der Marine gesichert werden, die in zivil auftreten sollen. Das Schiff verfüge über Operationsräume und könne so Verletzte versorgen. Notfalls könne es in Richtung Nordsee auslaufen. Das Schiff soll unter einem Vorwand einlaufen, um eine Debatte über den Einsatz im Inneren zu vermeiden, heißt es. Im Inland darf die Bundeswehr laut Grundgesetz nur zur Katastrophenhilfe und im Fall eines sogenannten „Inneren Notstands“ – zum Beispiel im Fall eines Terroranschlags – eingesetzt werden. Vielleicht auch deshalb soll das Schiff offiziell wegen fehlender Ersatzteile im Hafen liegen.

Nach Informationen von Thomas Wiegold, einem Journalisten der sich mit internationaler Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, Militär und Bundeswehr auseinandersetzt, soll beim G20-Gipfel lediglich das 50 Jahre alte Landungsboot „Lachs“ im Hafen liegen.

Das Mehrzweck-Landungsboot „Lachs“.
Das Mehrzweck-Landungsboot „Lachs“. Foto: Marine

In seinem Blog „Augen geradeaus!“ schreibt er, das es für dieses Kriegsschiff eine Anfrage der Landesbehörden gebe. Die rund 40 Meter langen Boote können rund 150 Tonnen Last tragen und bei einer Evakuierung mehr als 150 Personen zeitweise aufnehmen. Von den einst 22 Booten der „Klasse 520“ existiert nur noch das Schwesterschiff „Schlei“.

 

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