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Hamburg : Mauer um Las Vegas im Miniaturwunderland: „Die Nerven liegen blank“

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Der Zuspruch für den Mauerbau um Las Vegas ist deutlich größer als die Ablehnung. Betreiber wollten nicht politisch sein.

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erstellt am 02.Feb.2017 | 12:50 Uhr

Hamburg | Das Hamburger Miniaturwunderland hat durch den Mauerbau um Las Vegas einige seiner Facebook-Fans verloren. Nachdem die Betreiber das Bild von der mit Stacheldraht besetzten Mauer posteten, entfernten auf der Facebook-Seite zwischen 400 bis 500 Fans ihren Like, sagt Pressesprecher Sebastian Drechsler. Der Verlust werde allerdings ausgeglichen durch zahlreiche neue Fans, zwischen 5000 bis 6000 neue Likes habe es wegen der Aktion gegeben. 

Der amerikanische Präsident machte seine Wahlkampf-Ankündigung wahr und unterzeichnete einen Erlass, nach dem eine Mauer zu Mexiko gebaut werden soll. Nach einem weiteren Erlass sollte Menschen aus muslimischen Ländern, die Einreise in die USA verweigert werden. Das Miniaturwunderland wollte mit dem Mauerbau um Las Vegas zeigen, wie die USA beginnen, sich abzuschotten. Der Modellbau führte zu heftigen Reaktionen.

Es sei vorstellbar, dass manche Fans aus dem Trump-Lager „uns die Aktion übel nehmen“, erklärt Drechsler. Das Miniaturwunderland habe etwa 60.000 Fans in den Vereinigten Staaten. Anhand der großen Diskussion merke man, wie die Nerven wegen Trump blank lägen.

Die Betreiber des Miniaturwunderlands betonten, sie wollten nicht politisch sein, „wir stellen uns nicht auf eine Seite der Mauer", sagt Drechsler. Man baue nur Situationen auf eine eigene Art und Weise nach, um „ein Spiegel zu sein“.

Ähnliche Aktionen wie den Mauerbau gab es bereits in der Vergangenheit im Miniaturwunderland. Zur Zeit der weltweiten Finanzkrise wurde etwa eine Bad Bank nachgebaut, „um ein Bild zu schaffen, das der Welt bis dahin fehlte“, sagt Drechsler. Immer wieder reagierten die Betreiber auf tagesaktuelle Themen, etwa wenn Unternehmen wie die Lufthansa oder die Deutsche Bahn bestreikt werden.

Bei Facebook erhielt der Post zum Mauerbau bis Donnerstagmittag mehr als 15.500 Likes, wurde mehr als 4000 Mal geteilt und sammelte knapp 1000 Kommentare.

Die Meinung der Facebook-Kommentatoren zum Mauerbau drifteten auseinander. Sie gaben Unterstützung wie beispielsweise: „Wer die Welt in Miniatur nachbildet, darf auch auf die Schattenseiten hinweisen. Ich sehe es als klare Botschaft der Menschlichkeit! Wenn es um klare Unmenschlichkeit geht muss man Stellung beziehen! Danke hierfür! Ihr habt meinen vollen Respekt!!!“

Das sahen jedoch längst nicht alle so, Beispiel: „Schade, dass ihr euch diesem ,mainstreamen Politikum' anschließen müsst. Ich find Trump auch nicht gerade die hellste Leuchte im Laden, aber dass ihr Euch wie unsere Berliner Flachzangen benehmt und den geisteskranken Medien folgt und euch am Schüren von Angst und Hass beteiligt, schießt euch ins Aus! Entliked!“. 

Unter den Facebook-Kommentatoren gab es auch eine breite Diskussion, ob die Aktion als politisch zu werten sei. Dazu hieß es etwa: „Leute, Ihr seid Schausteller und keine Blockwarte. Leute, die uns in Deutschland politische Gesinnungen vorschreiben wollen, gibt es schon mehr als genug. Das ist einfach nur erbärmlich“. Dagegen hielten Kommentatoren, die Zuspruch für die Betreiber gaben: „Nach den ganzen negativ Kommentaren, von wegen das Miniatur Wunderland muss politisch neutral bleiben. Ich finde es gut. Warum soll das Miniatur Wunderland deshalb politisch sein? Das Miniatur Wunderland hat lediglich ein aktuelles Thema aufgenommen und setzt es um. Weiter so!!!“

Ob das Miniaturwunderland auch künftig Aktionen bringt, die als politisch angesehen werden können, bleibt fraglich. Sebastian Drechsler sagt dazu: „Wir nehmen uns die Stimmen zu Herzen, die sagen, werdet nicht zu politisch. Wir wollen satirisch und augenzwinkernd die Welt widerspiegeln“.

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