zur Navigation springen

Hamburger Rathaus : Matthiae-Mahl: Kanadas Premier Justin Trudeau und Sigmar Gabriel als Ehrengäste

vom

Beim traditionellen Matthiae-Mahl versammeln sich 400 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur der Hansestadt.

Hamburg | Der kanadische Premierminister Justin Trudeau und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sind am Freitagabend als Ehrengäste zum traditionellen Mattiae-Mahl im Hamburger Rathaus eingetroffen. Beide Politiker trugen sich in das goldene Buch der Stadt ein. Trudeau hatte zuvor Gespräche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin geführt, wo er erstmals offiziell zu Besuch war.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) betonte die Freundschaft zu Kanada. „Kanada ist ein vertrauensvoller transatlantischer Partner, dessen Vorstellung von einer freiheitlichen und toleranten Gesellschaft wir uneingeschränkt teilen“, sagte Scholz am Freitagabend laut Redemanuskript an seinen Gast gewandt, den kanadischen Premierminister Justin Trudeau. „Für viele Männer und Frauen auf der ganzen Welt sind Kanada und Deutschland heute Länder der Hoffnung.“

Der Bürgermeister bekannte sich zum Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada und nannte das Land ein Vorbild für die liberalen und sozialen Kräfte auf der ganzen Welt. Für den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump hatte Scholz einen Seitenhieb parat, ohne ihn namentlich zu erwähnen: „Einmal im Jahr erinnert uns die Tradition des Gastmahls daran, dass vernünftige internationale Politik nicht darin besteht, die eigene Nation ,first' zu setzen, sondern auch Freundschaftspflege ist.“

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte bereits im Vorfeld des Matthiae-Mahls erklärt, Trudeau sei international eine der leidenschaftlichsten Stimmen für die liberale Demokratie. Er freue sich auf den Austausch über die Herausforderungen, „vor denen wir als offene Gesellschaften derzeit stehen“.

An dem Festessen im Hamburger Rathaus nehmen 400 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur teil. Das Matthiae-Mahl wurde erstmals im Jahre 1356 veranstaltet. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Tradition unter Hamburgs Bürgermeister Kurt Sieveking (CDU) wieder aufgenommen.

Vor einem Jahr waren der damalige britische Premier David Cameron und Kanzlerin Angela Merkel Ehrengäste. Trudeau sei international eine der leidenschaftlichsten Stimmen für die liberale Demokratie, erklärte Scholz. Er freue sich auf den Austausch über die Herausforderungen, „vor denen wir als offene Gesellschaften derzeit stehen“.

Hintergrund: Das Matthiae-Mahl

Das Hamburger Matthiae-Mahl ist nach Angaben des Senats das weltweit älteste noch gefeierte Festmahl. Bei dem Bankett im Rathaus kommen seit jeher die Reichen und Mächtigen in der Hansestadt zusammen. Zum ersten Mal sollen die Stadtväter das Festmahl im Jahr 1356 ausgerichtet haben. Die Tradition ist allerdings nicht ungebrochen: Ab 1724 gab es mehr als 200 Jahre lang kein Matthiae-Mal. Die Gründe dafür sind unbekannt.

Bis heute laden die Regierenden ihre Gäste ins Rathaus ein. Der Name geht auf den Matthias-Tag, den 24. Februar, zurück. An diesem Tag wurden nach historischer Überlieferung die Aufgaben im Senat neu verteilt und neue Bürgermeister aus den Reihen der Senatoren gewählt.

Seit Alters ist es Brauch, zum Matthias-Tag die „Vertreter der Hamburg wohlgesonnenen Mächte“ zur Tafel zu bitten und ihnen „ein Messer aufzudecken“. Dies galt in Zeiten, als noch mit Fingern gegessen wurde, als Zeichen besonderer Hochachtung.

Bei früheren Matthiae-Mahlzeiten waren der kaiserliche und der holländische Gesandte Ehrengäste. Heute werden stets ein ausländischer und ein deutscher Ehrengast eingeladen.

Traditionell empfängt der Hamburger Bürgermeister die Gäste am oberen Absatz der Senatstreppe - um nicht in die Verlegenheit zu kommen, einem zu Pferde angereisten Staatsgast die Steigbügel halten zu müssen.

 

Das Matthiae-Mahl wurde erstmals 1356 veranstaltet und ist damit nach Angaben des Hamburger Senats das älteste noch gefeierte Gastmahl der Welt. Mit der Einladung an Trudeau setzt Hamburg auch außenpolitisch ein Zeichen - vor dem Besuch von US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in der Hansestadt. Der kanadische Regierungschef hatte nach dem von Trump verhängten Einreisestopp demonstrativ Flüchtlinge in seinem Land willkommen geheißen.

Einen Tag nach der Zustimmung des Europaparlaments zum Freihandelsabkommen Ceta warb Trudeau am Donnerstag in Straßburg für enge Beziehungen der EU zu seinem Land. Bei einem Treffen mit Trump am Montag in Washington hatten beide Politiker ein überraschend harmonisches Bekenntnis zu gemeinsamen Werten und Zielen abgelegt.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen