Hafen Hamburg : Maschinenschaden an „Cape Leonidas“: Elbe wieder frei

Die „Cape Leonidas“ liegt wegen eines Maschinenschadens etwa auf halber Strecke zwischen Elbmündung und Hamburger Hafen.

Die „Cape Leonidas“ liegt wegen eines Maschinenschadens etwa auf halber Strecke zwischen Elbmündung und Hamburger Hafen.

Das Frachtschiff „Cape Leonidas“ blockierte die Hauptfahrrinne. Gefahr von Umweltschäden bestand nicht.

Avatar_shz von
17. Januar 2017, 20:12 Uhr

Hamburg | Einen Tag lang ging am Dienstag auf der Elbe nichts mehr. Der Schiffsverkehr kam fast ganz zum Erliegen. Gegen 4.15 Uhr wurde vom Frachtschiff „Cape Leonidas“ Maschinenschaden gemeldet. Vor Kollmar musste der Kapitän des mit Erz beladenen Schiffs Anker werfen – „und dabei hat sich das Schiff um 180 Grad gedreht“, sagt Jürgen Behm, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Hamburg. Mit 296 Metern Länge und einer Breite von 45 Metern ein echtes Hindernis.

Die Folge: Die Fahrrinne zwischen Hamburg und der Mündung in die Nordsee war über den ganzen Tag gesperrt. Die Wasserschutzpolizei Hamburg sicherte mit ihrem Einsatzboot „Bürgermeister Weichmann“ flussabwärts die Gefahrenstelle. In der Gegenrichtung übernahm die 78 Meter lange „Neuwerk“ aus Cuxhaven die Absicherung. „Nur kleinere Schiffe unter 120 Metern Länge konnten im Lauf des Tages vorbeigelotst werden“, sagt Behm.

Der Frachter wird von Schleppern in die Hauptfahrrinne gezogen.
Christine Reimers

Der Frachter wird von Schleppern in die Hauptfahrrinne gezogen.

Die Revierzentrale Brunsbüttel forderte sofort Schlepper bei der Hamburger Reederei Bugsier an. „Die ersten sind um 5 Uhr vor Ort gewesen“, sagt Jan-Wilhelm Schuchmann von der Reederei. Acht Schlepper nahmen vor Kollmar ihre Arbeit auf, ein neunter stieß am frühen Nachmittag hinzu. Die Kosten des Einsatzes muss die Reederei der „Cape Leonidas“ bezahlen, die unter Flagge der Marshall Islands (Ozeanien) fährt. Der Frachter soll am 12. Januar den Hafen Narvik in Norwegen verlassen haben; geplante Ankunft in Hamburg: gestern um 6.30 Uhr, eine Stunde später sollte die Ladung gelöscht werden. Probleme bereitete der Tiefgang des Erz-Frachters von 15,1 Meter. Das war der Grund, warum die Schlepper die „Cape Leonidas“ wieder in die tiefe Fahrrinne schleppen mussten. „Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass das Schiff trocken liegt“, sagt Jürgen Behm. „Die Schlepper haben das Frachtschiff deshalb in der Fahrrinne gehalten“ – so lange, bis mit der Tide genug Wasser in die Elbe gekommen war.

Wegen des „großen Tiefgangs“, so Behm, bestünden Auflagen, wann überhaupt durch die Elbe gefahren werden darf. Viele andere Schiffe mussten gestern in Hamburg oder auf der Nordsee warten, weil sie nicht auf die Elbe durften. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden für die Reedereien und die Häfen sind, darüber konnte Jürgen Behm keine Auskunft geben. Nur so viel sei klar: „Es gibt einen wirtschaftlichen Schaden.“ Dass Schiffe wie die „Cape Leonidas“ mitten auf der Elbe stecken bleiben, kommt laut Behm nicht häufig vor. Zuletzt war das Containerschiff „Indian Ocean“ vor einem knappen Jahr wegen eines Steuerschadens vor Hetlingen auf Grund gelaufen und steckte fünf Tage fest.

Vor Ort war am Dienstag auch Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse. Vom Deich aus sah er sich an, wie die Wasserschutzpolizei die Elbe absperrte und Schlepper die „Cape Leonidas“ in der Rinne hielten. Er sah keine Gefahr für seinen Ort. „Es sieht nicht dramatisch aus.“

Auch Schaulustige und mehrere Fernsehsender waren gestern vor Ort, um das Schauspiel zu beobachten. Und um dabei zu sein, als der Frachter gegen 16 Uhr bei auflaufendem Wasser nach Hamburg geschleppt wurde.

Die Auswirkungen auf die Lotsenbrüderschaft – Lotsen bringen die Schiffe sicher nach Hamburg – war nicht messbar. „Wir haben die Ausfälle nicht gezählt“, sagt Ben Lodemann, Sprecher der Lotsenbrüderschaft Hamburg. Er unterstreicht, dass der Maschinenschaden der „Cape Leonidas“ nicht als Havarie zu bezeichnen sei. „Das ist so, als wenn ein Auto auf dem Standstreifen abgestellt wird.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen