zur Navigation springen

Hamburg : Mann klettert in Altkleider-Container – tot

vom

In Hamburg-Hohenfelde ist am frühen Montagmorgen die Leiche eines Mannes entdeckt worden. Offenbar war der 35-Jährige in der Nacht in den Container geklettert.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 08:36 Uhr

Hamburg | Es muss ein grausamer Tod gewesen sein: Ein 35 Jahre alter Mann ist am frühen Montagmorgen in Hamburg-Hohenfelde in der Klappe eines Altkleidercontainer steckengeblieben und gestorben. Die Feuerwehr barg den leblosen Körper, eine Notärztin konnte nur noch den Tod des Rumänen feststellen.

Ein Passant war gegen 4 Uhr auf die dramatische Situation in einer Mehrfamilienhaussiedlung nahe dem U-Bahnhof Lübecker Straße aufmerksam geworden. „Die Person steckte mit dem Kopf im Container, die Füße hingen heraus“, schilderte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem tragischen Unglücksfall aus. Wahrscheinlich hatte der 35-Jährige nach Altkleidern gekramt. Vor dem Behälter lagen mehrere Haufen Textilien, die der Mann offenbar bereits herausgeholt und zurechtgelegt hatte.

Da sich am Unglücksort weder Leiter noch Stuhl fanden, vermuten die Fahnder, dass der Rumäne den Metallverschluss des Behälters als Tritthilfe genutzt hat und abgerutscht ist. Dabei blieb er unglücklich mit dem Hals stecken und konnte sich nicht selbst befreien. Der Sammelbehälter ist mit einer der üblichen Anti-Diebstahl-Klappen ausgestattet, die ein Hineingreifen verhindern sollen.

Hinweise auf Fremdeinwirkung gebe es nicht, so die Polizeisprecherin. Todesursache ist vermutlich Ersticken, in Frage kommt aber ein Herzinfarkt in Folge des Schreckens. Der Leichnam wurde zur Untersuchung ins Institut für Rechtsmedizin gebracht.

Der Tote hatte einen rumänischen Reisepass bei sich. Demnach war er erst vor wenigen Tagen nach Hamburg gekommen und verfügte dort über keinen festen Wohnsitz.

Während die Polizei keine nennenswerten Fallzahlen bei Diebstählen aus Kleidercontainern verzeichnet, berichtet Birgit Müller von der Obdachlosenzeitschrift „Hinz und Kunzt“ von einem zunehmenden und besorgniserregenden Trend:  „Es gibt immer mehr Wohnungslose, die Alttextilien aus den Behältern holen, um sie zu verkaufen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert