ANSTOSS – Die HSV-Kolumne : Mangels Alternativen: Labbadia muss auf Holtby setzen

Lars Zimmermann
Lars Zimmermann

Unser Autor denkt schon jetzt an die nächste Saison.

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14. Juni 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Trainer Bruno Labbadia wünscht sich für die kommende Saison einen Führungsspieler, der auch in kritischen Phasen voran geht und legt damit den Finger in eine Wunde, die der HSV schon seit Jahren nicht schließen kann. Es fehlt jemand, der an sich glaubt und nicht nur mit sich selbst beschäftigt ist. Weil keiner da war, an dem sich die Mannschaft aufrichten konnte, brach das Team in der Vergangenheit häufig schon beim geringsten Widerstand auseinander. Nur deshalb konnte es zu Debakeln wie dem 0:8 in München kommen.

Um das Vakuum zu füllen, brauchen die Hamburger jemanden, bei dem die charakterlichen und fußballerischen Voraussetzungen stimmen. Solche Typen sind rar und dementsprechend begehrt. Und deshalb für den HSV wohl nicht zu bekommen. Also bleibt Labbadia nichts anderes übrig, als in den eigenen Reihen nach einem Führungsspieler zu suchen.

Die Auswahl ist begrenzt. Am ehesten könnte diese Rolle vermutlich Lewis Holtby ausfüllen. Der hat zwar in der vergangenen Saison meistens grottenschlecht gespielt und sich eher für die Ersatzbank als für eine tragende Rolle beworben. Sein Verhalten neben dem Platz zeigte allerdings, dass er sich mit dem HSV identifiziert und sich für das Team einsetzt.

Labbadias Aufgabe ist es nun, ihn zu seiner früheren Leistungsfähigkeit zu bringen. Dass er das Zeug zum überdurchschnittlichen Bundesligaspieler besitzt, hat Holtby bei Schalke und Mainz bewiesen. Gelingt es dem Trainer, dieses Potential zu wecken, hat er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Holtby könnte dann für Kreativität im Mittelfeld sorgen und zugleich Führungsaufgaben übernehmen. Dafür wurde er schließlich gekauft. Es wäre zugegebenermaßen ein Wagnis, voll auf den ehemaligen U21-Kapitän zu setzen. Mangels Alternativen hat Labbadia allerdings kaum eine andere Wahl.

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