Hamburg : Lufthansa Technik: 1000 von 7500 Arbeitsplätzen fallen weg

<p>Das Tochterunternehmen der Lufthansa zog auf ihrer Jahrespressekonferenz eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2015 und die aktuelle Situation des Unternehmens. </p>

Das Tochterunternehmen der Lufthansa zog auf ihrer Jahrespressekonferenz eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2015 und die aktuelle Situation des Unternehmens.

Der Personalabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen.

shz.de von
22. März 2017, 15:30 Uhr

Hamburg | Die Lufthansa Technik AG plant für die kommenden Jahre am Standort Hamburg einen massiven Stellenabbau. Allerdings werde dies weitestgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen, so hat es Vorstandschef Johannes Bußmann angekündigt. Hatte eine sozialverträgliche Lösung für den Wegfall von 700 Stellen in der Triebwerksüberholung schon länger festgestanden, will das Management nun auch von den 300 Betroffenen der Flugzeugüberholung niemanden auf die Straße setzen. „Aufgrund unserer erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung werden wir für jeden einen neuen Arbeitsplatz finden“, versprach Bußmann bei der Vorlage der Bilanzzahlen für 2016.

Mit rund 7500 Mitarbeitern am Standort Hamburg ist die Lufthansa Technik einer der größten und stabilsten Industriebetriebe in der Hansestadt. Doch der zunehmende Wettbewerbsdruck macht dem Unternehmen immer wieder zu schaffen.

Die Flugzeugüberholung in Fuhlsbüttel mit insgesamt 400 Beschäftigten wird schon im Mai eingestellt; während für 100 Mitarbeiter ohnehin im Unternehmen eine andere Verwendung vorgesehen war, sollen auch die Kollegen „umgeschult und versetzt“ werden, sagte der Vorstandschef. In aller Regel würden die Alternativ-Jobs am Standort Hamburg zur Verfügung gestellt. Die Schließung der Abteilung begründet das Management mit Kostengründen und Überkapazitäten im scharfen internationalen Wettbewerb. Lufthansa Technik betreibt weltweit 35 derartiger Wartungslinien.

Umfangreicher, aber über einen längeren Zeitraum gestreckt, fällt der Stellenabbau in der Triebwerksüberholung aus. Von derzeit 1800 Jobs sollen in „fünf bis zehn Jahren“ nur 1100 übrig bleiben. Grund ist laut Bußmann außer Kostendruck auch der Umstand, dass moderne Antriebsdüsen weniger Wartung erfordern. Mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi hat sich Lufthansa Technik auf einen sanften Jobabbau ohne Kündigungen verständigt.

Trotz schrumpfender Belegschaft sieht sich die Lufthansa-Tochter auf einem guten Weg. Das Unternehmen habe sich als Weltmarktführer für technische Dienstleistungen an Verkehrsflugzeugen behauptet, betonte Bußmann. Finanzvorstand Constanze Hufenbecher: „Lufthansa Technik steht wirtschaftlich grundsolide da.“ Umsatzrückgänge im Geschäft mit den Jets des Mutterkonzerns seien durch den Zuwachs bei externen Kunden mehr als ausgeglichen worden. Mittlerweile haben die Hamburger weltweit 4100 Flugzeuge unter ihren Fittichen - neuer Rekord. 2016 stieg der Umsatz des Konzerns um ein Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn sank um ein Zehntel auf 411 Millionen. 

Das Unternehmen mit weltweit knapp 21.000 Mitarbeitern setzt laut dem Vorstandsvorsitzenden konsequent auf eine weitere Digitalisierung. „Unser Job ist es, die Datenflut der Flugzeugbetreuung zu sortieren und Lösungen zu finden.“ Zweiter Zukunftstrend ist demnach die weitere Internationalisierung der Geschäfte. Gleichwohl bleibe der Stammsitz in Fuhlsbüttel das „Herzstück“. Bußmann: „Wir wandeln uns von einem Hamburger Unternehmen mit weltweiten Verbindungen zu einem internationalen Konzern mit starken Hamburger Wurzeln.“

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