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Hamburg-Langenhorn : Loki und Helmut Schmidt: Warum in ihrem Haus noch 38.000 Zigaretten lagern

vom

Das Ehepaar Schmidt hat entschieden: Ihr Haus soll ein Museum werden. Dabei werden private Geheimnisse gelüftet.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 13:04 Uhr

Hamburg | Die bescheidene Doppelhaushälfte des Ehepaar Schmidt war jahrzehntelang ein Schauplatz der Weltpolitik. Nach dem Tod von Loki und Helmut soll es jetzt zum Museum werden, berichtet die Hamburger Morgenpost.

Loki und Helmut Schmidt hätten schon vor etlichen Jahren beschlossen, dass ihr Heim eines Tages der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Das hat die Morgenpost  aus Kreisen der „Helmut und Loki Schmidt Stiftung“ erfahren. Ein Mitglied der Stiftung teilte mit, dass aber nicht entschieden sei, welche Räume geöffnet werden sollen. Sehr private Bereiche des Wohnhauses, wie zum Beispiel das Schlafzimmer des Altkanzlerns und seiner Frau werden vermutlich verschlossen bleiben.

Eine Polizeieskorte wartet neben dem mit Kerzen und Blumen geschmückten Zaun am Haus des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt auf die Abfahrt des Leichenwagens.
Eine Polizeieskorte wartet neben dem mit Kerzen und Blumen geschmückten Zaun am Haus des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers auf die Abfahrt des Leichenwagens. Foto: dpa
 

Interessant wären für Besucher aber sicherlich vor allem die Räume, in denen Helmut Schmidt Politiker und andere Persönlichkeiten empfing. Im Laufe der Jahre waren unter anderen Frankreichs Präsident Valéry Giscard d’Estaing, König Juan Carlos von Spanien, Sowjetführer Leonid Breschnew und Hollands damalige Kronprinzessin Beatrix zu Gast in Langenhorn. Von 1985 bis 2015 trafen sich außerdem die 25 Mitglieder der Freitagsgesellschaft im Heim der Schmidts zu Vortragsabenden mit anschließender Diskussion. Unter anderem gehörten die Schriftsteller Siegfried Lenz und Hamburgs Alt-Bürgermeister Henning Voscherau zu dieser Gesellschaft.

„Besonders die bürgerliche, bodenständige Atmosphäre schätzten die Besucher“, so die MoPo. Helmut Schmidt war durch seine politische Karriere, durch Buchveröffentlichungen und Vorträge Millionär geworden, sein Lebensstil und sein Zuhause waren aber immer bescheiden geblieben. Ein großer Teil des Vermögens soll nun an die Stiftung gehen.

Helmut Schmidts Laster und sein Markenzeichen war das Rauchen. Daran könnte auch ein Highlight-Exponat in seinem ehemaligen Heim erinnern: Aus Angst, dass seine geliebten Mentholzigaretten verboten würden, habe der Altkanzler sich einen Vorrat angelegt, heißt es. In seinem Haus in Langenhorn sollen 38.000 Zigaretten lagern.

 

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