Olympia 2024/2028 : Linke: Hamburg soll auf Olympia-Bewerbung verzichten

Zu wenig Bürgerbeteiligung und nicht absehbare Kosten: Die Linke erinnert die Olympia-Politik des SPD-Senats an die Anfänge der Elbphilharmonie. Die Bürgerschaft soll die Bewerbung nun ablehnen.

shz.de von
15. Januar 2015, 15:40 Uhr

Hamburg | Die Linke fordert von der Hamburgischen Bürgerschaft eine Ablehnung der aktuellen Olympia-Pläne. Ein entsprechender Antrag stehe am kommenden Mittwoch auf der Tagesordnung, teilte die Fraktion am Donnerstag mit. Über die Kosten der möglichen Austragung der Sommerspiele 2024 oder 2028 werde kaum gesprochen, kritisierte die Partei. Zudem sei die versprochene Bürgerbeteiligung bislang ausgeblieben.

„Der Senat betreibt einseitig Stimmung“, sagte Mehmet Yildiz, sportpolitischer Sprecher der Fraktion. Mit Broschüren und Aktionen wie dem Mini-Olympiastadion in der Innenstadt werde das Projekt vorangetrieben, obwohl die Bürger noch nicht befragt wurden. „Dieses Übergehen des Bürgerwillens ist aus unserer Sicht inakzeptabel“, sagte Yildiz. Der Antrag der Linke solle nun Transparenz schaffen.

In dem Papier fordert die Linke den SPD-Senat auf, ein Gutachten zur Kostenermittlung in Auftrag zu geben und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Außerdem soll der Senat bis Ende Februar einen Gesetzesentwurf für einen Bürgerentscheid vorlegen. Die Linke selbst schätzt die Kosten für die Olympischen Spiele auf mindestens 7,3 Milliarden Euro.

Der finanzpolitische Sprecher Norbert Hackbusch verglich das Vorgehen der SPD mit den Anfängen der Elbphilharmonie. „Das ist die gleiche Rausch-Politik wie damals“, sagte Hackbusch. „Ich komme mir vor wie in einer Propagandamaschine.“ Die Euphorie in der Stadt müsse gebremst werden.

Heike Sudmann, in der Linke-Fraktion zuständig für Stadtentwicklung, warnte vor einer „Festivalisierung der Politik“. Mit bunten Großereignissen werde von Problemen in der Stadt abgelenkt. „Wir haben nichts gegen Olympische Spiele, aber wir sind dagegen, einen Blankoscheck auszustellen“, sagte Sudmann.

Neben Hamburg steht Berlin als deutscher Bewerber um die Olympischen Spiele zur Debatte. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 21. März bekanntgeben, mit welcher der beiden Städte er beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ins Rennen geht.

Das Nein zu Olympia ist zentraler Bestandteil der Wahlkampf-Kampagne der Linken. Einen Monat vor der Wahl am 15. Februar liegt die Partei laut Umfragen bei sieben bis acht Prozent der Stimmen. 2011 hatte die Linke 6,4 Prozent erreicht und acht Mandate errungen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen