zur Navigation springen

Helmut-Schmidt-Flughafen : Letzter Air-Berlin-Flug ab Hamburg wird mit Fontäne verabschiedet

vom

In Hamburg sagt man Tschüß: Die letzte Air-Berlin-Maschine verlässt den Flughafen am Freitagabend.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 08:10 Uhr

Hamburg | Mit einer zünftigen Wasserfontäne der Flughafenfeuerwehr soll der letzte Air-Berlin-Flug ab Hamburg am Freitagabend verabschiedet werden. Flug AB6757 hebt laut Flugplan um 19 Uhr nach Düsseldorf ab. Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin stellt ihren Flugbetrieb ein, davon ist auch der Hamburger Flughafen betroffen. Nach Angaben des Lufthansa-Chefs Carsten Spohr werden die Lücken in den deutschen Flugplänen nicht so schnell zu schließen sein. Von rund 140 Air-Berlin-Maschinen blieben von Samstag an 80 bis 90 am Boden, hatte Spohr angekündigt. Die Lufthansa übernimmt einen Großteil von Air Berlin.

Im Jahr 2000 fing die Fluggesellschaft an, ihre Präsenz in Hamburg kräftig auszubauen, bevor es 2012 zu einem drastischen Einschnitt kam. Die damals sanierungsbedürftige Fluggesellschaft musste in Hamburg 4000 Flüge im Winterflugplan streichen, 500.000 potenzielle Passagiere gingen verloren. Diese Lücke wurde jedoch von anderen Billiganbietern geschlossen, so dass der Flughafen von 2014 an seinen Aufwärtstrend in der Passagierabfertigung wieder aufnehmen konnte. 17 Millionen Reisende sind für 2017 prognostiziert worden, eine Million mehr als im Vorjahr.

Vielen Mitarbeitern der Fluglinie droht die Kündigung. Im Konzern gibt es mehr als 6000 Vollzeitstellen, die sich auf etwa 8000 Mitarbeiter verteilen. Die Lufthansa will rund 3000 Mitarbeiter einstellen - aber nur gut die Hälfte davon wird mit den Töchtern Niki und LG Walter übernommen, der Rest muss sich bewerben. Rund 1200 Mitarbeiter, die fast alle in Berlin in der Verwaltung arbeiten, könnten in einer Auffanggesellschaft unterkommen. Für andere Beschäftigte etwa bei der Technik-Tochter ist keine Lösung gefunden. Wenn nun die Kündigungen kommen, wollen einige Flugbegleiter dagegen gerichtlich vorgehen.

Die Lufthansa geht von weiter steigenden Ticketpreisen aus. Schon in den vergangenen Wochen zogen die Preise an, weil viele Kunden an der Zuverlässigkeit der Air Berlin zweifelten und lieber bei der Konkurrenz buchten. Rund 200.000 AB-Tickets verlieren wegen der Insolvenz ihre Gültigkeit. Wer vor dem Insolvenzantrag am 15. August gebucht hat, bleibt bei einer Stornierung auf den Kosten sitzen. Wer später gebucht hat, bekommt sein Geld erstattet. Diese Beträge wurden nämlich auf einem speziellen Konto geparkt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen